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Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof des Landesbundes für Vogelschutz e.V.

LBV - Pressemitteilung 03.02.2011

LBV lehnt Biogasanlage bei Heinersreuth ab

Negative Auswirkungen für die Artenvielfalt

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) lehnt den Bau der geplanten Biogasanlage zwischen Heinersreuth und Bayreuth ab. Wie Helmut Beran, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken des LBV betont, sprechen vor allem naturschutzfachliche Gründe gegen den Bau einer weiteren Biogasanlage in der Region, aber auch Faktoren wie die Treibhausgasbilanz und die Flächeneffizienz sprechen nicht unbedingt für solch eine Anlage.

Vor nicht allzu langer Zeit hat selbst das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth den Bau neuer Biogasanlagen kritisch bewertet. Da Biogasanlagen überwiegend mit Mais beschickt werden, besteht die Gefahr einer weiteren Zunahme des Maisanbaus in der Region. Solche Mais-Monokulturen haben negative Folgen für Boden und Gewässer. Sie fördern die Bodenerosion, den Stoffeintrag in die Gewässer und belasten das Grundwasser. Gleichzeitig wird durch den intensiven Maisanbau die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft weiter reduziert. Bereits heute existieren als Folge der Intensivlandwirtschaft kaum noch blüten- und insektenreiche Ackerrandstreifen oder Wegseitenränder.

Wenn der Großteil des benötigten Substrats (laut Presseartikel im NK vom 25. Januar immerhin 60%) vor allem aus Grasschnitt bestehen soll, bedeutet dies eine weitere Intensivierung der Grünlandnutzung. Extrem mit Gülle gedüngte Wiesen mit vier- bis fünfmaligem Schnitt im Jahr wären die Folge. Arten- und blütenreiche Wiesen verschwinden bei einer solchen Nutzungsform vollständig, es wachsen lediglich noch wenige Gräser auf der Fläche. Der Begriff „Grasacker“ beschreibt drastisch diesen Zustand.

Gerade die artenreichen Wiesengesellschaften im Bereich des Rotmaintals, das im Bereich Heinersreuth noch dazu als FFH-Gebiet ausgewiesen ist, leiden bereits heute unter einer zunehmend intensiveren Bewirtschaftung. Geradezu grotesk ist die Äußerung der Betreiber, dass ohne die Biogasanlage Nutzung und Pflege der Grünlandflächen nicht mehr gewährleistet sei und eine Verbuschung und Verwilderung der Wiesen drohe.

Selbst bei einem vorgesehenen Anteil von 40% Mais für die Biogasanlage wird der Maisanbau in der Region weiter zunehmen. Trotz gegenteiliger Behauptung des Bauernverbandes ist in den vergangenen zehn Jahren die Gesamtfläche der Maisäcker in Oberfranken um beinahe 11.000 ha nach oben geschnellt. Allein im Landkreis Bayreuth erhöhte sich seit 1999 die Maisfläche von 4570 auf 5312 ha, das ist immerhin eine Zunahme von mehr als 16 Prozent (Quelle AfL Bayreuth). Ursache für den zunehmenden Maisanbau sind in erster Linie die Biogasanlagen, da die Beschickung mit Mais einen deutlich höheren Ertrag verspricht.

Der LBV unterstützt den Ausbau regenerativer Energien, allerdings darf dieser nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt gehen, betont Helmut Beran vom LBV. Der LBV kann den Bau von Biogasanlagen daher nur dann uneingeschränkt unterstützen, wenn in den Anlagen ausschließlich Gülle, Kompost, Grüngutabfälle oder sonstige Reststoffe vergoren werden. Nur in diesem Fall werden tatsächlich Kohlendioxid-Äquivalente eingespart.

Ein weiteres Problem ist die Konkurrenz zwischen Energieerzeugung und Nahrungsmittelanbau. Die Substratpflanzen für die Biogasanlage wachsen auf Flächen, auf denen bisher Nahrungsmittel angebaut wurden bzw. auf denen Futter für das Vieh gewonnen wurde. Diese Konkurrenzsituation hat zum Anstieg vieler Lebensmittelpreise zumindest beigetragen.

Entgegen der allgemeinen Meinung ist auch die Treibhausgasbilanz von Biogasanlagen nicht grundsätzlich positiv zu bewerten. Je nach Substrat, Nutzung der Abwärme und Abdeckung des Gärlagers variiert der Ausstoß an Kohlendioxid-Äquivalenten und kann im ungünstigsten Fall sogar deutlich über dem Durchschnittsausstoß konventioneller Kraftwerke liegen.

Auch aus Gründen der Flächeneffizienz schneidet die Energieerzeugung durch Biomasse deutlich schlechter ab als die durch Photovoltaik oder Windenergie. So ist bei einer Biogasanlage ca. das 20-fache der Fläche erforderlich wie bei einer Photovoltaikanlage, um den gleichen Energieertrag zu erzielen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn in der Biogasanlage 100% Mais vergoren wird. Sinkt der Maisanteil in der Biogasanlage, steigt der Flächenbedarf.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung 14.07.2010

Feuerwerk kontra Störche

Mit absolutem Unverständnis reagiert der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) auf einen Vorfall, der sich am Samstag, dem 19. Juni 2010 in Bayreuth ereignet hat. Im Rahmen einer Hochzeitsfeier im Gasthaus Sudpfanne wurde gegen 22.00 Uhr ein Feuerwerk in nur 50 m Entfernung des dort befindlichen Weißstorchhorstes gezündet. Wie Helmut Beran, Leiter der LBV-Geschäftsstelle in Bayreuth berichtet, ist es nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass die zwischen explodierenden Feuerwerkskörpern herumfliegenden Altstörche nicht verletzt wurden und dass die Jungstörche nicht in Panik aus dem Horst gesprungen sind.

Der LBV wurde von besorgten Anwohnern auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Recherchen haben ergeben, dass weder von der Stadt Bayreuth noch vom Gewerbeaufsichtsamt Coburg eine Genehmigung erteilt wurde.

Ein Feuerwerk während der Brutzeit in unmittelbarer Nähe des Storchenhorstes stellt eine massive Störung und Gefährdung des Brutgeschäftes dar. Es gab vergleichbare Fälle, wo die Jungstörche in Panik aus dem Horst gesprungen sind und sich schwer verletzt haben, erläutert Helmut Beran.

Nach dem Naturschutzgesetz ist es verboten, streng geschützte Arten, zu denen auch der Weißstorch zählt „an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören“. Der LBV prüft wegen Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz eine Anzeige gegen den Veranstalter. Hinweise von Anwohnern, die die Veranstalter nach Abbrennen des Feuerwerks angesprochen haben, wurden von diesen in unqualifizierter Weise abgetan.

Nicht nachvollziehbar ist für Helmut Beran auch, warum die Betreiber des Gasthauses die Veranstalter nicht auf die Problematik hingewiesen haben, wo es allgemein bekannt ist, dass in Oberkonnersreuth Störche brüten. „Die Stadt Bayreuth ist zu Recht stolz auf ihre Störche, es muss sichergestellt werden und hier liegt auch eine Verantwortung bei den Betreibern der Sudpfanne, dass sich solche Vorkommnisse in Zukunft nicht wiederholen“ fordert Helmut Beran vom LBV.

In Bayern brüten insgesamt 180 Paare des streng geschützten Weißstorches. Nach einem Tiefstand in den 80er Jahren haben sich in den letzten Jahrzehnten die Bestände langsam wieder erholt. Der Horst in Oberkonnersreuth auf dem Kamin der ehemaligen Brauerei Schaller wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts von der LBV-Kreisgruppe Bayreuth installiert. Nachdem der Horst von 1997 bis 2006 nicht besetzt war, sind seit 2007 wieder regelmäßig Störche an dem Standort, leider nur mit wechselndem Bruterfolg. In diesem Jahr hofft der LBV auf das erfolgreiche Ausfliegen der zwei Jungstörche, nachdem sie die kühle und regenreiche Periode im Mai offensichtlich gut überstanden haben.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 13.07.2010

Neue Heizungsanlage am UIZ Lindenhof als Vorbild

"Ideen sind manchmal kostbarer als Geld, wobei ich nicht gesagt haben will, dass der Lindenhof in Zukunft keine finanziellen Mittel mehr braucht," mit diesen Worten bedankte sich die Vorsitzende des Freundeskreises Lindenhof, Anneliese Fischer bei der Jahresmitgliederversammlung bei ihrem kreativen Vorstand, der während des Jahres viel Zeit und Ideen einbringt, um die Ziele des Freundeskreises zu erreichen.

"Aufgabe des Freundeskreises" so Anneliese Fischer bei ihrem Bericht „ist es ja die von der Bayerischen Staatsregierung anerkannte Umweltstation Lindenhof, Träger der Einrichtung ist der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) finanziell und materiell zu unterstützen.“

Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge konnten in den letzten Jahren bereits eine Vielzahl von Ausbauarbeiten finanziert werden, z.B. der Ausbau des Kindermuseums, der Einbau der Küche im großen Saal sowie der Einbau von Duschen in den Übernachtungsräumen. Der Freundeskreis Lindenhof hat zur Zeit ca. 60 Mitglieder. Die Gewinnung neuer Mitglieder ist ein wichtiges Ziel, um die Aufgaben des UIZ Lindenhof auch zukünftig effektiv unterstützen zu können, betonte Anneliese Fischer.

Höhepunkt der Mitgliederversammlung war die Vorstellung der neuen Heizungsanlage durch Hans Schwender von der Firma Schwender zum Thema: "Vorbild Lindenhof - effiziente und umweltgerechte Energienutzung". Die Heizung, so der Referent, besteht aus zwei Komponenten, einmal die Sole-Wasser-Wärmepumpen, die dem Untergrund mittels eines Erdkollektors Wärme entziehen und diese Wärme auf Temperaturniveau anheben. Die zweite Komponente ist ein Scheitholzbrennkessel in einem anderen Gebäude, wo Holz verfeuert wird, das bei Biotoppflegemaßnahmen anfällt. Mit Dank an die Unterstützer stellte die Vorsitzende fest.

"Die neue Heizungsanlage ist somit nicht nur umweltfreundlich, sondern da sie nur in geringem Maße von möglichen Preissteigerungen bei der Primärenergie abhängig ist, auch interessant für effizientes, umweltfreundliches Heizen im Privatbereich".

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 07.07.2010

Kormoran-Ausstellung eröffnet

Am gestrigen Abend eröffneten Jörg Weinreich, Leiter der Stadtbibliothek und Helmut Beran, LBV-Geschäftsstellenleiter die Ausstellung „Kormoran – Vogel des Jahres 2010“ in der Stadtbibliothek Bayreuth. Die Ausstellung des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) informiert über die Lebensweise des Kormorans – Vogel des Jahres 2010, stellt Konflikte zwischen Naturschutz und Fischerei dar und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf, die der Fischerei ihre Existenz und dem Kormoran gleichzeitig ein Überleben sichern. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten bis Freitag, den 30. Juli 2010 in der Stadtbibliothek Bayreuth, Luitpoldplatz zu besichtigen.

Jörg Weinreich, Leiter der Stadtbibliothek betonte, dass 2010, dem Jahr der Biologischen Vielfalt, alle aufgerufen sind, ihren Beitrag zum Erhalt dieser Vielfalt zu leisten. Mit der Ausstellung soll das Thema Naturschutz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In einem Kurzvortrag stellte Helmut Beran nicht nur eine faszinierende Vogelart vor, der Vortrag war auch ein Appell für einen umfassenden Gewässerschutz, von dem auch gefährdete Fischarten profitieren. Bezugnehmend auf die Ereignisse der letzten Monate forderte der Referent eine Versachlichung der Diskussion. Der Kormoran, der im Bayreuther Raum vor allem an größeren Gewässern wie Main oder Wiesent auftritt, muss als Sündenbock für von Menschen verursachte Eingriffe in Gewässer herhalten. Hauptverantwortlich für die schlechte Bestandssituation heimischer Fischarten ist in erster Linie der Mensch, der seit vielen Jahrzehnten massiv in die Gewässerökologie eingegriffen hat. Querbauwerke an Fließgewässern, die die Wanderung von Fischen und anderen Gewässerorganismen unterbinden, die massive Verschlammung, die Laichplätze von Kieslaichern zerstört sowie die fehlende Strukturvielfalt an Gewässern sind die wahren Ursachen für den Bestandsrückgang unserer heimischen Fischarten. Weiterere Faktoren sind die intensive Freizeitnutzung an Gewässern sowie die Erwärmung der Gewässer durch den Klimawandel.

In Fischzuchtanlagen kann der Kormoran durchaus finanzielle Schäden verursachen. Entgegen vielfacher Behauptung lassen sich vor Ort jedoch sehr wohl verschiedene Maßnahmen (optische und akustische Vergrämung, Überspannung von Teichen) sowie Änderungen im Besatzmanagement ergreifen, um Kormorane von Fischteichen abzuhalten und so die Schäden deutlich reduzieren, ohne die Vögel zu töten.

Wichtige Ziele im Fischartenschutz sind die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer, der Rückbau von Querbauwerken, die Verhinderung des Sedimenteintrages in die Gewässer und Lenkungsmaßnahmen im Bereich Freizeitnutzung. Hier arbeitet der LBV intensiv mit der Fischerei zusammen, wie u. a. die gemeinsamen Projekte „Artenvielfalt in Fischteichen“ oder „Entschlammung der Wiesent“ zeigen.

„Wenn wir die Kormoranproblematik lösen wollen, brauchen wir ein europaweites Management, das gerade in Vorbereitung ist und in Kürze vorgestellt wird“ erläuterte Helmut Beran. Hier spricht sich der LBV klar gegen eine Bejagung in Naturschutzgebieten oder Vogelschutzgebieten aus. Eine Bejagung in Schutzgebieten führt zu erheblichen Störungen anderer hochgradig gefährdeter Wasservogelarten und höhlt somit den Schutzzweck aus.

Die Auseinandersetzung mit dem Kormoran ist ein Prüfstein für einen umsichtigen Artenschutz in Deutschland und Europa. Durch rigorose Verfolgung wurde der Kormoran schon einmal in Deutschland und Europa beinahe ausgerottet. Damals wurden Lebewesen generell in schädliche oder nützliche Vertreter eingeteilt. Sollten wir nicht dazugelernt haben? Und sollte es nicht möglich sein, gemeinsam Lösungen zu finden, die der Fischerei ihre Existenz und dem Kormoran gleichzeitig ein Überleben sichern?

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 17.06.2010

Turmfalkenprojekt von LBV und Altstadtschule

Der Turmfalke war 2007 Vogel des Jahres. Aus diesem Anlass hat der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) zusammen mit der Altstadtschule Bayreuth 2008 im Dachboden der Schule nach Absprache mit dem Hochbauamt der Stadt Bayreuth einen Nistkasten für den Turmfalken angebracht. Schüler der Altstadtschule haben beim Bauen des Kastens und bei der Anbringung mitgeholfen. Über eine Webcam wird das Brutgeschehen im Kasten aufgezeichnet, ins Internet gestellt und somit für die Öffentlichkeit aber auch für die Schüler zugänglich gemacht.

Durch die aktive Einbindung erhalten die Schüler einen besonderen Bezug zu „ihrem“ Turmfalken. Sie erhalten Infos über Biologie und Lebensweise dieses faszinierenden Greifvogels und werden so für Themen des Umwelt- und Naturschutzes sensibilisiert.

Nachdem 2009 eine begonnene Brut aus unbekannten Gründen abgebrochen wurde, konnte dieses Jahr erstmals eine erfolgreiche Brut verzeichnet werden. Aus den sechs gelegten Eiern schlüpften vier Jungvögel, einer davon verstarb nach wenigen Tagen, die übrigen drei Jungvögel stehen jetzt, Mitte Juni, kurz vor dem Ausfliegen. Über diesen Bruterfolg freuen sich nicht nur der LBV, sondern besonders Schüler und Lehrkräfte der Altstadtschule.

Helmut Beran, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken dankt ausdrücklich Lehrern und Schulleitung der Altstadtschule, die das Projekt von Anfang an unterstützt haben.

Der Turmfalke, einer unserer kleinsten heimischen Greifvögel ist ein typischer Bewohner des Siedlungsbereiches, er nistet auf Bäumen in verlassenen Elstern- oder Krähennestern oder in Mauernischen an hohen Gebäuden. Im Zuge von Renovierungsarbeiten sind in den letzten Jahrzehnten viele Brutmöglichkeiten an Gebäuden verloren gegangen. Um diesen Mangel auszugleichen, werden vom LBV an geeigneten Stellen, wie in der Altstadtschule, Nistkästen angebracht. Auch wenn der Turmfalke meistens im Siedlungsbereich brütet, sucht er seine Nahrung, fast ausschließlich Feld- und Wühlmäuse, überwiegend auf freien Flächen im Umland der Städte. Weitere Informationen über den Turmfalken enthält eine Broschüre, die sie gegen 2,20 € plus Versandkosten beim LBV, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth bestellen können

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV – Pressemitteilung vom 01.06.2010

Hilflose Jungvögel - was tun?

Jedes Jahr zur Brutzeit werden beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz - (LBV) vermehrt Jungvögel abgegeben.

In der Tat verlassen viele Jungvögel das Nest, bevor sie voll flugfähig sind. Gemeinsames Kennzeichen dieser Jungvögel ist, dass sie bereits ein fast vollständig entwickeltes Gefieder haben, wenn auch die Federn zum Teil noch in den Kielen stecken. Die Gründe für das vorzeitige Verlassen des Nestes können z.B. in einer Störung im direkten Nestbereich liegen. Solche Jungvögel machen durch Bettelrufe auf sich aufmerksam und werden von den Altvögeln weiter gefüttert. Man sollte solche Jungvögel entweder in Ruhe lassen oder an einen geschützten Ort (Strauch oder Baum in unmittelbarer Nähe) setzen.

Die Altvögel finden ihre Jungen auf jeden Fall wieder und Bedenken, sie würden die Jungvögel nach dem Anfassen verstoßen, sind völlig unbegründet, da Vögel im Gegensatz zu vielen Säugetieren einen relativ schlechten Geruchssinn haben! Nach dem Umsetzen sollte man sich rasch entfernen, damit die scheuen Altvögel die Jungen wieder füttern können.

Findet man also einen im Gefieder schon recht weit entwickelten Jungvogel, so muss als Faustregel gelten: Auf keinen Fall mitnehmen und versuchen ihn aufzuziehen versuchen; die Chance, dass er in Freiheit überlebt, ist weit größer als bei einem Aufzuchtversuch!

Die zweite Gruppe Jungvögel betrifft diejenigen, die noch nackt sind und aus dem Nest gefallen sind. Die Ursachen hierfür können recht verschieden sein: z.B. Plünderung des Nestes durch eine Katze, Unwetter etc.

Sind die Jungen noch sehr klein, so ist die Aussicht, dass sie von den Eltern weiter versorgt werden, gering. Allerdings sind die Überlebenschancen bei einer Aufzucht durch Menschen meist nur unwesentlich größer. Zum einen ist sehr viel Sachkenntnis und Mühe nötig (Jungvögel brauchen regelmäßig Futter!!), zum anderen besitzen solche Jungvögel durch den Sturz aus dem Nest oft nicht sichtbare innere Verletzungen, an denen sie dann verenden. So ist in der Mehrzahl der Fälle alle gut gemeinte Arbeit umsonst! Von Hand aufgezogene Jungvögel verlieren die Scheu vor dem Menschen und sind für ein Leben in der freien Natur nur mehr bedingt geeignet.

Wer also den Versuch der Aufzucht solcher Jungvögel unternimmt, muss eine Enttäuschung einkalkulieren, denn Erfolge werden nicht die Regel, sondern wohl eher die freudige Ausnahme sein.

Der Landesbund für Vogelschutz appelliert daher, Jungvögel nur in wirklich begründeten Ausnahmesituationen mitzunehmen. Im Zweifelsfall sollten die Jungvögel lieber in der Natur belassen werden, als in die noch wesentlich unsicherere Zukunft in der menschlichen Obhut überführt zu werden.

Zu beachten ist, dass nur verletzte, kranke oder hilflose Jungvögel mitgenommen werden dürfen, um sie Gesundzupflegen oder aufzuziehen. Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz sind sie unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen, sobald sie dort lebensfähig sind.

Nicht zur Brutzeit füttern

Zur Brutzeit sollte die Winterfütterung unbedingt eingestellt werden. Fast alle Vogelarten – auch solche die normalerweise überwiegend Körner fressen – verfüttern zur Brutzeit Insekten an ihre Jungvögel. Sämereien sind kein geeignetes Futter für Jungvögel.

Katzen und Vögel In Deutschland werden ca. 7,3 Mio. Katzen in menschlicher Obhut gehalten, hinzu kommt eine unbekannte Anzahl verwilderter, in der freien Natur lebender Katzen. Über Auswirkungen der Katzen auf die Vogelwelt liegen keine exakten Daten vor. Jedoch führen Katzen schon durch ihre Anwesenheit zu Stress bei brütenden oder rastenden Vögeln. Wenn man davon ausgeht, dass nur die Hälfte der in Deutschland lebenden Katzen pro Jahr einen Singvogel erbeutet, ergibt sich die beachtliche Summe von 3,65 Millionen Singvogel-Opfern. Zusätzlich können Katzen aber auch andere Tiergruppen schädigen, angefangen von bedrohten Fledermäusen bis hin zu Eidechsen.

Der LBV empfiehlt, Katzen während der Brutzeit – wenn überhaupt – nur unter Aufsicht in den Garten zu lassen oder zumindest mit einem Halsband mit Glöckchen zu versehen.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 26.03.2010

Wissenswertes über Meister Adebar - Neue Info-Tafeln eingeweiht

Einweihung Storchentafel

Im Rahmen eines Ortstermins präsentierten der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) und die VR-Bank Bayreuth die neu gestalteten Weißstorchentafeln für die Horststandorte Bayreuth-Oberkonnersreuth und Altdrossenfeld. Die Tafeln informieren die Besucher über die Biologie des Weißstorches und geben einen Überblick über den Bruterfolg der letzten Jahre am jeweiligen Standort.

 

1980 wurden von der LBV-Kreisgruppe Bayreuth auf dem Kamin der ehemaligen Brauerei Schaller in Bayreuth/Oberkonnersreuth und auf dem Kamin der Brauerei Schnupp in Altdrossenfeld Weißstorchhorste angebracht. 1980 erfolgte ein erster, noch erfolgloser Brutversuch in Altdrossenfeld, 1981 flogen an beiden Standorten erstmals Jungvögel aus. Seitdem ist der Horst in Altdrossenfeld regelmäßig besetzt, fast jedes Jahr fanden erfolgreiche Bruten statt. Nachdem der Horst in Oberkonnersreuth von 1997 bis 2006 nicht besetzt war, sind seit 2007 wieder regelmäßig Störche an dem Standort, leider nur mit wechselndem Bruterfolg.

Bereits 1989 wurden mit Unterstützung der VR-Bank Bayreuth an beiden Horststandorten Infotafeln angebracht. Nach mehr als 20 Jahren nagte jedoch der Zahn der Zeit an den Tafeln, auch die Aufmachung entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Umso mehr freute sich Helmut Beran, LBV-Geschäftsstellenleiter in Bayreuth, dass sich die VR-Bank Bayreuth spontan bereit erklärte, die Kosten für die Neugestaltung der Tafeln zu übernehmen. Karlheinz Löbl, Vorstandsmitglied der VR-Bank Bayreuth, begründet die Motive der Unterstützung folgendermaßen: Wir als regionale Bank sind in der Region ansässig und arbeiten somit „aus der Region – für die Region“. Uns liegen somit sowohl die Gesellschaft, die Menschen, die Wirtschaft als auch die Natur der Region sehr am Herzen. Gerade deshalb ist es wichtig, einen Beitrag zu leisten, um eine bedrohte Art wie den Weißstorch durch Schaffung von Brutmöglichkeiten rund um Bayreuth in seinem Bestand zu sichern.“ Die neuen Tafeln informieren ausführlich über die Lebensweise des Weißstorches und können jährlich mit den neuen Brutdaten aktualisiert werden.

Im Auftrag des Landesamtes für Umwelt (LfU) betreut der LBV seit 25 Jahren das Artenhilfsprogramm Weißstorch. Durch Schaffung von Brutmöglichkeiten und Optimierung von Nahrungsflächen konnte der Bestand des Weißstorchs in Bayern in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 188 Storchenpaare in Bayern gezählt, dies ist eine nochmalige Steigerung zu den Vorjahren. Sorge bereitet jedoch nach wie vor der geringe Bruterfolg an vielen Horststandorten, der nicht ausreichend ist, um den Bestand der Art in Bayern langfristig zu sichern. „Ein Weißstorchpaar benötigt rund 200 ha extensiv genutztes Feuchtgrünland, um erfolgreich Junge aufziehen zu können. Gerade was die Nahrungsflächen anbelangt, müssen wir noch viel tun“ erläutert Helmut Beran vom LBV. Weitere Infos über den Weißstorch und die Brutplätze in Bayern sind im Internet unter www.lbv.de abrufbar.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 16.03.2010

Vorsicht Hochzeitszug

Landesbund für Vogelschutz betreut Amphibienwanderwege

Aufgrund der milden Temperaturen der letzten Tage sind Kröten, Molche und Frösche aus ihrer Winterstarre erwacht und haben sich auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern begeben. Häufig müssen die Lurche auf diesen Wanderungen Straßen überqueren. Dies bedeutet für viele Tiere den sicheren Tod, da sie von Autoscheinwerfern geblendet regungslos auf der Fahrbahn sitzen bleiben und überrollt werden.

Um die Tiere vor dem Straßentod zu retten, werden auch dieses Jahr wieder vom Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) mit Unterstützung des Straßenbauamtes Bayreuth und der Regierung von Oberfranken Amphibienzäune mit Fanggefäßen aufgestellt. Die so gefangenen Lurche müssen regelmäßig eingesammelt und auf die andere Straßenseite getragen werden.

In diesem Jahr betreut der LBV Wanderwege an der B 22 in Meyernberg, im Bereich des UIZ Lindenhof, in Eckersdorf und in Laineck/Friedrichsthal. An den Straßen sind diese Wanderwege durch Schilder gekennzeichnet. Autofahrer können durch langsame und vorsichtige Fahrweise die Gefahr für Amphibien vermindern. Dabei schützen sie auch sich selbst, denn überfahrene Tiere können eine erhebliche Rutschgefahr darstellen.

Zu den häufigsten Laichwanderern im Bayreuther Raum zählen die Erdkröte und der Grasfrosch, daneben kommen Wasserfrosch, Teich- und Bergmolch vor. Gelegentlich können auch stark gefährdete Arten wie Moorfrosch, Knoblauchkröte, Kreuzkröte oder Kammmolch angetroffen werden, erläutert Diplom-Biologe Helmut Beran vom LBV.

Durch die Tätigkeit einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer konnte die Zahl der überfahrenen Tiere auf den betreuten Wanderwegen auf ein Minimum reduziert werden. Die Lurche werden gezählt und nach Art und Geschlecht getrennt und anschließend in Nähe ihres Laichgewässers wieder ausgesetzt.

Durch die Betreuung von Wanderwegen kann den Amphibien kurzfristig geholfen werden, langfristig müssen allerdings ihre Lebensräume erhalten und gesichert werden, will man den Fortbestand der Arten auch in Zukunft gewährleisten.

Von dem erschreckenden Rückgang der Feuchtgebiete in den letzten Jahrzehnten, sind vor allem die einheimischen Amphibien betroffen, da sie aufgrund ihrer besonderen Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen sind. Amphibien gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen in unserer Fauna. Von den 20 einheimischen Arten stehen bereits 12 Arten, das sind 60%, auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere, zieht der Biologe Helmut Beran eine düstere Bilanz.

Neben der Betreuung von Amphibienwanderwegen führt der LBV auch Kartierungen gefährdeter Arten durch, versucht wertvolle Lebensräume durch Pacht oder Ankauf langfristig zu sichern oder legt Feuchtgebiete mit Laichtümpeln an.

Wer sich an Aktivitäten des Arbeitskreises Amphibien im LBV beteiligen will oder genaueres über Amphibien und deren Schutz erfahren möchte, kann sich an die Geschäftsstelle Bayreuth des Landesbundes für Vogelschutz, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth, Tel. 0921/759420 wenden.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 12.03.2010

Für Bayerns Natur – Jede Kröte zählt!

Direkt im Anschluss an die Stunde der Gartenvögel startet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) die nächste bayernweite Aktion: Diesmal steht nicht das Zählen von Vögeln, sondern das Sammeln von dringend notwendigen Finanzmitteln für wichtige Naturschutzprojekte im Vordergrund. Mit den Einnahmen der Haus- und Straßensammlung werden insbesondere die 17 Umweltzentren und lokalen Naturschutzprojekte des LBV finanziert.

“Wir können doch nicht einfach zusehen, wie unsere Natur den Bach hinunter geht, jeder kann etwas tun” so Thomas, 13jähriger Hauptschüler aus Bayreuth. Thomas ist nur einer von fast 30.000 Menschen in Bayern, die auch in diesem Jahr wieder mit Spendenbüchse und Sammelliste in der Woche vom 15. bis 19. März 2010 im Rahmen der Haus- und Straßensammlung des LBV unterwegs sind. “Für Bayerns Natur - jeder Euro zählt” so lautet das diesjährige Motto der LBV-Sammlung. Während bei der Sammlung 1979 gerade mal 12.500 Euro erzielt wurden, hofft der LBV in diesem Jahr auf ein Ergebnis von 500.000 Euro.

Bezirksgeschäftsstellenleiter Helmut Beran: „Jahr für Jahr begeistern wir mit unseren Umweltstationen über 100.000 Besucherinnen und Besucher für die Natur. Wir sensibilisieren sie für die wichtigen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft, den Klimawandel und den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt. Für viele Schulen und Eltern stellen wir eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebotes dar. Eine institutionelle Förderung für diese Aufgaben erhalten wir nicht.

“Im letzten Jahr hätten etliche LBV-Projekte ohne die Haus- und Straßensammlung nicht durchgeführt werden können” so Andreas Hahn, 1. Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Bayreuth. In der Tat konnten einige Erfolge vermeldet werden. Arten, wie Weißstorch oder Wanderfalke befinden sich wieder im Aufwind. Über 800 ha bedrohte Lebensräume für gefährdete heimische Pflanzen- und Tierarten konnten inzwischen durch den LBV durch Ankauf für immer gerettet werden. Allein hierfür wurden im letzten Jahr vom LBV 600.000 Euro eingesetzt. “Jeder gespendete Euro hilft der Natur weiter” so Andreas Hahn. “Hier geht es nicht um große Summen, sondern jeder einzelne gibt einfach das, was er gerade in der Tasche hat.” Genau das macht den Charakter einer solchen Straßensammlung aus. Die vielen kleinen Beträge, zusammengetragen durch viele Tausende von Sammlern, summieren sich zu einem stolzen Betrag, mit dem wirksamer Naturschutz betrieben werden kann.

Auch in Stadt und Landkreis Bayreuth werden vom 15. bis 19. März 2010 wieder Sammler mit Liste und Büchse für den LBV unterwegs sein, und die Bevölkerung um Unterstützung für die vielfältige Arbeit des LBV bitten. Artenhilfsprogramme für Weißstorch, Amphibien und Fledermäuse, Anpachtung bzw. Ankauf schützenswerter Lebensräume kosten neben engagierter ehrenamtlicher Arbeit der vielen LBV-Aktiven auch sehr viel Geld. Daneben engagiert sich der LBV auch stark in der Umweltbildung. Im Lindenhof in Bayreuth, einer staatlich anerkannten Umweltbildungsstation werden vielfältige Veranstaltungen für Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien angeboten. Dadurch gelingt es, breite Teile der Bevölkerung für die heimische Natur zu begeistern.

Daher unsere herzliche Bitte:

Unterstützen Sie die Arbeit des LBV mit Ihrer Spende.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 12.03.2010

Die Kormoran-Praline ist da!

Kormoran-Praline

Bereits zum sechsten Mal präsentiert die Confiserie Klein aus Bayreuth in Zusammenarbeit mit dem LBV den Vogel des Jahres als Praline. Dieses Jahr ziert eine Abbildung des Kormorans - Vogel des Jahres 2010 – einen Macadamiatrüffel, der mit Mokka verfeinert und von Edel-Vollmilch-Schokolade umhüllt ist. Diese Praline enthält keinen Alkohol.

Von jedem verkauften Kilo Pralinen gehen 2,50 Euro als Spende an das UIZ Lindenhof in Bayreuth.

Die Pralinen sind bei der Confiserie Klein, Richard-Wagner-Str. 22 in Bayreuth erhältlich oder können unter www.confiserieklein.com bestellt werden.

Helmut Beran (Dipl.-Biol) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung / Januar 2010

Winterfütterung

Der Winter ist die Jahreszeit, in der wir uns erinnern, den Vögeln zu helfen. Große Futtermengen beruhigen unser Gewissen und lenken ab vom wahren Grund des Rückgangs unserer heimischen Vogelwelt, der Lebensraumzerstörung. "Obwohl von der Winterfütterung nur eine ganz geringe Zahl von Vogelarten profitiert, hat die Fütterung auch in der heutigen Zeit ihre Berechtigung, stellt sie doch besonders für Kinder und ältere Menschen oftmals die einzige Möglichkeit dar, Kontakt mit der Natur zu pflegen", erläutert Diplom-Biologe Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV).

Bei entsprechender Anleitung kann die Winterfütterung besonders für Kinder zu einem Schlüsselerlebnis für ein vertieftes Interesse an der Natur werden. Dieses Schlüsselerlebnis stellt sich aber nur ein, wenn artgerechtes Futter angeboten wird und wenn beim Einrichten der Futterstelle folgende Regeln beachtet werden.

Eine sehr gute Alternative zu den herkömmlichen Futterhäuschen ist ein Futtersilo. Bei einem Futtersilo fällt immer nur soviel Futter nach, wie von den Vögeln gefressen wird und das Futter kann weder mit Kot verschmutzt noch nass werden. Gartenbesitzer können mit der Anlage eines naturnahen Gartens mit einheimischen beerentragenden Sträuchern, einer Wildblumenwiese sowie Laub- und Reisighaufen auch im Winter für eine ausreichende Nahrungsgrundlage der Vögel sorgen.

Zum Vogelschutz und zur Arterhaltung leistet die Winterfütterung, wenn überhaupt, nur einen geringen Beitrag. Die in Mitteleuropa überwinternden Vogelarten sind seit Jahrtausenden an das Überdauern ungünstiger Witterungsbedingungen angepasst. Von der Winterfütterung profitieren nur ca. 15 bis 20 Vogelarten, die noch dazu in ihrem Bestand nicht gefährdet sind. Gefährdete Arten wie Schleiereule, Steinkauz, Eisvogel, Auerhuhn oder Rebhuhn werden mit der Winterfütterung nicht erreicht.

Futtersilos und artgerechtes Futter sowie die Broschüren "Winterfütterung" und "Gartenlust" sind in der LBV-Geschäftsstelle, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth, Tel. 0921/759420 erhältlich.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 18.01.2010

Tödliches Gift

Geschützter Schwarzstorch qualvoll verendet

Im Sommer 2009 wurde der Kreisgruppe Kronach des Landesbundes für Vogelschutz ein toter Schwarzstorch im Grümpeltal gemeldet. Der Vogel lag unter einem Mittelspannungsmasten, der erste Verdacht auf Stromtod erhärtete sich jedoch nicht. Röntgenaufnahmen erbrachten keine Hinweise auf Schussverletzungen oder Frakturen. Nachdem der tote Schwarzstorch auch einen Tag nach dem Fund noch stark aus dem Schnabel blutete, lag die Vermutung nahe, dass Blutgerinnungshemmer, wie sie in Mäusegift enthalten sind, die Todesursache sein könnten.

Der Schwarzstorch wurde darauf hin zur toxikologischen Untersuchung an die Tierärztliche Fakultät der LMU München geschickt. Das Untersuchungsergebnis bestätigte den Verdacht: bei der Analyse konnten Warfarin und Sulfaquinoxalin nachgewiesen werden. Diese beiden Substanzen sind in Ratten- und Mäuseködern enthalten, die nach Aufnahme zu inneren Blutungen und dann zum Tod führen. Intensive Recherchen bei verschiedenen Institutionen bis hin zum Bundesamt für Verbraucherschutz haben ergeben, dass es derzeit im Bereich der Pflanzenschutzmittel für Land- und Forstwirtschaft überhaupt kein zugelassenes Präparat gegen Mäuse mit dieser Wirkstoffkombination gibt. Lediglich bei den Mitteln, die im Siedlungsbereich, in der Kanalisation oder in Müllkippen zugelassen sind, ist diese Wirkstoffkombination zu finden.

Entweder wurde also ein nicht mehr zugelassenes Präparat verwendet oder es wurde der Giftköder in einem Bereich angewendet, für den er nicht erlaubt ist. Ob der junge Schwarzstorch einen Giftköder direkt aufgenommen hat oder an einer vergifteten Maus eingegangen ist, lässt sich nach Auskunft der Tierärztlichen Fakultät nicht feststellen, beides ist denkbar. Laut Cordula Kelle-Dingel, 2. Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Kronach, ist dies nicht der erste Fall in Bayern, wo ein Schwarzstorch an Mäusegift eingeht.

Giftköder werden leider immer noch regelmäßig im land- und forstwirtschaftlichen Bereich ausgebracht. Bei unsachgemäßer Anwendung können solche Giftköder, ebenso wie andere Pflanzenschutzmittel, zu einem Gesundheitsrisiko für Haus- und Wildtiere werden. Neben dem Schwarzstorch sind auch Weißstorch, Graureiher, Greifvögel, Eulen oder Haustiere gefährdet. „Der tote Schwarzstorch war ein Zufallsfund, die Dunkelziffer wird wesentlich höher sein. Meistens werden verendete Tiere aber gleich vom Fuchs oder anderem Raubwild gefunden“, erklärt Cordula Kelle-Dingel. Der LBV fordert, dass Giftköder, sofern sie unbedingt verwendet werden müssen, so ausgebracht werden, dass sie keine Gefährdung für Wild- und Haustiere darstellen. Auch eine Gefährdung von Menschen, insbesondere Kindern muss ausgeschlossen sein.

Aber nicht nur Gift, auch Stromschläge an ungesicherten Masten sind immer wieder Ursache für den Tod von Vögeln. „Wir hatten sogar schon einmal einen Schwarzstorch, der neben einer Bahnstrecke lag und vermutlich mit einem Zug kollidiert ist“ so Cordula Kelle-Dingel. Um mehr über die Todesursachen bei Schwarzstörchen herauszufinden, bittet Sie darum, Funde von verletzten oder toten Vögeln zu melden. Entweder bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt oder bei Cordula Kelle-Dingel, Tel. 09265-914932.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 14.12.2009

Stunde der Wintervögel

Am 06. Januar 2010 schlägt die Stunde der Wintervögel

1 Tag – 12.000 Menschen – 275.000 Vögel

Vögel zu füttern macht Spaß. Bei Kälte und Schnee kommen viele Vögel an’s Futterhaus, man kann sie aus nächster Nähe betrachten. Und diese Beobachtungen können helfen, unsere Vögel im Winter zu erforschen. Darum veranstaltet der Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) 2010 zum zweiten Mal bayernweit die „Stunde der Wintervögel“.

Mitmachen ist einfach

  1. Zählen Sie am 06.01.2010 eine Stunde lang die Vögel, die Sie am Balkon oder in Ihrem Garten sehen.
  2. Melden Sie Ihre Beobachtungen per Post, per Fax oder unter www.stunde-der-wintervoegel.de

Spannendes Rennen

Letztes Jahr zählten 12.000 Menschen an einem Tag 275.000 Vögel. Tausende Internetnutzer verfolgten in der Live-Tabelle das spannende Rennen der Vögel um die besten Plätze. Am Ende gewann die Kohlmeise vor Spatz und Amsel. Und die Teilnehmer wurden Zeugen eines ganz besonderen Schauspiels: Überall in Bayern sahen sie die sonst seltenen Seidenschwänze. Die sibirischen Vögel mit dem auffälligen Federbusch am Kopf und den roten und gelben Flügelabzeichen waren wegen eines extremen Wintereinbruchs im hohen Norden nach Bayern geflohen.

Aussagen über den Klimawandel

Die riesige Datenmenge hilft, wichtige Fragen zu beantworten. Wie passen sich Vögel an die futterarme Jahreszeit an? Welche Vögel werden durch Winterfütterung gefördert, welche nicht? Wie wirken sich die immer milderen Winter auf das Verhalten der (Zug)vögel aus?

Hinschauen bildet!

Nicht zuletzt hofft der LBV, mit der Aktion besonders Familien für die Natur zu begeistern. Denn die erschreckenden Ergebnisse der sog. "Vogel-PISA"-Studie haben gezeigt, dass Kinder im Schnitt nur noch vier einheimische Vögel kennen. Kinder, die mit einem Vogelhäuschen aufwuchsen, kannten dagegen deutlich mehr. Vogelfütterung im Winter bringt ihnen ihr direktes Lebensumfeld näher, macht es lebendiger und bildet einen Ausgleich zu den Herausforderungen der globalisierten Welt.

Eine CD mit Vogel-Steckbriefen, praktischen Tipps zur Winterfütterung, sowie dem Meldebogen und weiteren Infos rund um die „Stunde der Wintervögel“ stellen wir Ihnen bei Interesse gerne zur Verfügung.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 02.12.2009

Umbau Heizungsanlage am UIZ Lindenhof abgeschlossen

Mit dem Einbau eines Scheitholzbrennkessels im ehemaligen Wohnhaus konnte im Oktober 2009 die Erneuerung der Heizungsanlage am UIZ Lindenhof abgeschlossen werden. Für den Einbau eines Scheitholzbrennkessels gaben mehrere Gründe den Ausschlag. „Heizen mit Holz ist eine umweltfreundliche Variante, bei der im Vergleich zu fossilen Brennstoffen viel C0-2 eingespart wird. Gleichzeitig kann über den Scheitholzbrennkessel Holz verfeuert werden, das bei Biotoppflegearbeiten auf LBV-Flächen anfällt. Somit lassen sich umweltfreundliches Heizen und Naturschutz miteinander verbinden“ erläutert Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz und Leiter des UIZ Lindenhof.

Der besondere Dank des LBV gilt Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl für die schnelle und unbürokratische Unterstützung bei diesen Bauvorhaben sowie dem Einsatz von Anneliese Fischer, 1. Vorsitzende des Freundeskreises Lindenhof. Unmittelbar nach dem Anschreiben durch Anneliese Fischer hat der Oberbürgermeister das Baureferat mit der Prüfung des Antrages beauftragt und innerhalb von 2 Wochen die fehlenden Mittel aus dem Bauunterhalt zur Verfügung gestellt. Zusätzlich hat die Stadt Bayreuth auch die Kosten für die Demontage der alten Öltankanlage übernommen.

„Mit seiner vielfältigen Unterstützung in den letzten Jahren zeigt der Oberbürgermeister, dass ihm das UIZ Lindenhof am Herzen liegt“ verdeutlicht Helmut Beran. Neben der Förderung durch die Stadt Bayreuth ist für den Einbau des Brennkessels auch eine Förderung durch die Oberfrankenstiftung in Aussicht gestellt, den Eigenanteil der Maßnahme hat der Freundeskreis Lindehof übernommen.

Nachdem bereits im Februar 2009 mit Förderung der Stadt Bayreuth, der Oberfrankenstiftung und des Freundeskreises Lindenhof sowie der Unterstützung der Firmen Schwender, Thurnau und AlphaInnotec, Kasendorf zwei neue Wärmepumpen eingebaut wurden, ist der Umbau der Heizungsanlage abgeschlossen und der erste Schritt zur energetischen Sanierung des UIZ Lindenhof erfolgt. Weitere Maßnahmen, wie eine verbesserte Wärmedämmung an den Gebäuden, müssen in den nächsten Jahren folgen. Hierfür werden noch Sponsoren gesucht.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 11.11.2009

Luchs, Wolf und Bär – Botschafter für fachübergreifendes Naturmanagement

Ausstellung am Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof

Die großen Beutegreifer kehren nach Bayern zurück. Der Luchs ist in Bayern wieder heimisch, Wölfe aus der Lausitz oder Braunbären aus Italien könnten in kurzer Zeit auch bei uns in Bayern auftauchen. Wie gehen wir damit um? Müssen wir Angst haben? Haben diese Tiere eine Chance bei uns? Passiert wieder so ein Fiasko wie mit Bruno, dem Braunbären 2006?

Diese Fragen beantwortet die Interaktive Wanderausstellung „Die Großen Vier - vom Umgang mit Wolf, Luchs und Bär“, die der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) vom 11. November bis 6. Dezember 2009 am UIZ Lindenhof in Bayreuth zeigt. Begleitet wird Sie von der Fischotter-Ausstellung „Otterfranken – Otterbahnen nach Oberfranken“ der Ökologischen Bildungsstätte Mitwitz.

Im Auftrag des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Gesundheit hat der LBV, in Kooperation mit einer fachübergreifenden Arbeitsgruppe Wildtiermanagement eine interaktive Ausstellung zur Sensibilisierung und Akzeptanzsteigerung für Bär, Wolf und Luchs in Bayern erstellt.

Die Ausstellung, die Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr und Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen ist, informiert über die Biologie, Lebensraumansprüche und aktuellen Status dieser Tiere in Europa sowie ihrer Gefährdung.

Durch eine Vielzahl an interaktiven Elementen wurde die Ausstellung insbesondere für Kinder und Jugendliche spannend gestaltet. Vor allem für Schulklassen werden dazu attraktive Unterrichtsmaterialien und Führungen angeboten. So können die Ausstellungsbesucher selbst erfahren wie ein Bär seine Umwelt wahrnimmt, wie sich das Heulen der Wölfe anhört, wie sich der Puls eines Bären im Winterschlaf anfühlt, oder erfahren, welchen Gefahren ein Luchs in zersiedelten Gebieten ausgesetzt ist.

Der Beauftragte für große Beutegreifer des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, Diplom-Biologe Manfred Wölfl freute sich bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Großen Vier“ am UIZ Lindenhof, dass unterschiedlichste Interessensgruppen, Vertreter aus dem Bereich Forstwirtschaft, Jagdverbandes, der Wasserwirtschaft, der Naturschutzbehörden, des Naturschutzes, der Kommunen, der Fischerei und natürlich der Bevölkerung vertreten waren.

Bei seinem Einführungsvortrag: Management großer Beutegreifer in Bayern stellte Wölfl kritisch und unterhaltsam den aktuellen Status von Bär, Wolf und Luchs in Mitteleuropa sowie den Stand der Umsetzung der Managementpläne vor.

„Das Management von großen Beutegreifern kann nicht verordnet werden, sondern ist ein laufender Prozess, bei dem sich Vertreter aller betroffenen Interessensgruppen, wie in der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement, konstruktiv auseinandersetzen und einen Kompromiss finden müssen, der manchmal auch weh tut.“

Wichtig dabei ist, so Wölfl, dass große Beutegreifer wie z.B. der Luchs, nicht instrumentalisiert werden, um eigene Interessen durchzusetzen, sondern als Katalysator wirken, damit sich alle beteiligten Gruppen, wie die Forstwirtschaft, Jagdverbände, Landnutzer und Tierhalter, Landwirtschaft, Naturschutz, Tierschützer, Wildbiologen und Behörden gemeinsam um einen konstruktiven Kompromiss bemühen.

Bildungsreferent Thomas Kappauf vom UIZ Lindenhof meinte bei der Eröffnung der Ausstellung „Wir sind es Luchs, Wolf und Bär schuldig, ihnen in unserer heimischen Natur wieder ihre angestammte Rolle als großer Beutegreifer im Naturhaushalt einnehmen zu lassen. Wildtiermanagement, institutions- und länderübergreifende Arbeitsgruppen und Arbeitskreise und diese Wanderausstellung sind die notwendigen Schritte dazu. Sie beziehen jeden einzelnen von uns mit ein - in den Club der großen Vier.“

Wolf, Luchs und Bär sind nicht auf uns angewiesen. Sie haben aber nur eine Chance, bei uns Fuß zu fassen, wenn der Mensch es zulässt. Die Ausstellung möchte einen breiten gesellschaftlichen Dialog dazu anstoßen. Unser Umgang mit Wolf , Luchs und Bär ist eine Nagelprobe für unsere Gesellschaft, wie wir mit der Natur umgehen und vor allem, wie wir miteinander umgehen, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Es bleibt uns nichts anders übrig, denn – der nächste Bruno kommt bestimmt.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.)
Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 13.10.2009

Handy-Sammelaktion für das UIZ Lindenhof

Heute, am 13. Oktober 2009, beginnt die Sammelaktion „Fifty-Fitty“. Michael Fischer, Regionaldirektor der Sparkasse Bayreuth, und Helmut Beran, Leiter der LBV-Geschäftsstelle Oberfranken, stellten in der Sparkasse Bayreuth, Opernstraße 12, die erste Sammelbox auf. An insgesamt sieben Standorten können Interessierte ihre Alt-Handys sinnvoll entsorgen.

Die Aktion läuft vorerst bis 31. März 2010 und wird bei Bedarf verlängert.

Viele Millionen nicht mehr gebrauchte Handys lagern in Schreibtischschubladen oder werden unbedacht weggeworfen. Im Hausmüll und später auf der Deponie oder im Abgas unserer Müllöfen landen dann Schwermetalle und andere Schadstoffe. Zudem wandern hochwertige Bauteile unnötigerweise in den Abfall.

Aus diesem Grund wurde von der Deutschen Umwelthilfe und T-Mobile eine Handy-Sammelaktion ins Leben gerufen. Der Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz nimmt zusammen mit dem KF-IT-Serviceunternehmen Klaus Fuchs in Eckersdorf und der Sparkasse Bayreuth an dem Handy-Recycling-Programm „Fifty-Fifty“ teil und ruft die Bevölkerung dazu auf, ihre gebrauchten Handys, möglichst mit Akku und Ladekabel, in den jeweiligen Sammelstellen und Sammelboxen abzugeben.

Für jedes gesammelte Althandy erhält das UIZ Lindenhof des LBV für seine Umweltbildungsarbeit einen Projektzuschuss von 1,50 Euro. Mit der Abgabe ihres Alt-Handys tun Sie somit etwas für die Umwelt und unterstützen gleichzeitig das UIZ Lindenhof bei seiner Arbeit.

Sammelstellen für Alt-Handys finden Sie

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 17.09.2009

Der Igel ist kein Haustier

Im Herbst bereiten sich Igel auf ihren langen Winterschlaf vor. Um einen ausreichenden Fettvorrat anzusetzen, sind sie jetzt besonders aktiv auf ihrer nächtlichen Suche nach Schnecken, Würmern und Insekten. Wie Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) erläutert, können trotz hoher Verluste durch den Straßenverkehr und Verschlechterung der Lebensbedingungen Igel erfreulicherweise noch relativ häufig beobachtet werden.

In den letzten Tagen gingen beim LBV eine Vielzahl von Anrufen wegen angeblich verlassener und hilfloser Jungigel ein. „Igel bekommen erst sehr spät im Jahr Junge, in der Regel im August“, so Helmut Beran vom LBV. „Wenn also jetzt kleine Igel draußen beobachtet werden, besteht kein Grund zur Sorge. Die Tiere haben noch ausreichend Zeit zu wachsen und sich ein Fettpolster für den Winterschlaf anzufressen“. Je nach Witterung beginnt der Winterschlaf bei Igeln Mitte November bis Mitte Dezember.

Igel gehören wie Spitzmäuse zu den Insektenfressern. Kennzeichnend für diese Ordnung ist die rüsselartig verlängerte Schnauze mit einem gut entwickelten Tast- und Geruchssinn. Damit können Igel ihre Beutetiere in der Bodenstreu aufstöbern. Je nach Witterung hält der Igel von November/Dezember bis März/April einen Winterschlaf, wobei die Körpertemperatur stark abgesenkt und Atmung sowie Herzschlag stark reduziert werden.

Jedes Jahr im Herbst werden anscheinend hilfsbedürftige und untergewichtige Igel aufgenommen, um sie im Haus oder Keller zu überwintern. Die Aufnahme von Igeln im Winter sollte jedoch die Ausnahme bleiben und sich auf begründete Einzelfälle (kranke oder verletzte Tiere) beschränken. Folgende Punkte sollten hierbei beachtet werden.

· Nicht jeder im Herbst allein umherlaufende Igel ist hilfsbedürftig.

Vor November sollten keine Igel aufgenommen werden. Je nach Witterung können Igel noch bis in den Dezember hinein aktiv sein und sich ausreichend Winterspeck anfressen. · Auch Igel mit einem Gewicht unter 500 Gramm können im Freiland erfolgreich überwintern.

· Die Chancen für ein erfolgreiches Überleben sind bei Igeln, die in Freiheit überwintern größer als bei solchen, die im Keller überwintern.

· Wenn Sie einen verletzten oder kranken Igel aufnehmen, holen Sie sich den Rat erfahrener Tierärzte oder Igelpfleger.

Wenn Sie Igeln tatsächlich helfen wollen, sollten sie ihren Garten naturnah gestalten, um so den Lebensraum des Igels zu verbessern. Igel benötigen Hecken, Stein- oder Reisighaufen, Hohlräume in Holzstößen oder unter Gartenlauben und Laub für das Tages- und Winternest. Wichtig ist auch Laub und Reisig unter Sträuchern und Bäumen liegen zu lassen. Diese Strukturen bieten nicht nur Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten für den Igel, sondern sind gleichzeitig wichtige Nahrungsquellen.

Hierbei ist von großer Bedeutung, dass sowohl in Gärten als auch in öffentlichen Anlagen Insektenvernichtungsmittel und andere Gifte wie z.B. Schneckenkorn nicht angewendet werden, da sie dem Igel die Nahrungsgrundlage entziehen oder ihn direkt schädigen, wenn er sie über die Nahrung aufnimmt.

Gutgemeinte Tierliebe beim Überwintern von Igeln kann den Tieren sehr viel Schaden anrichten, anstatt zu helfen, deshalb unsere Bitte: Lassen Sie gesunde Igel draußen in der Natur und nehmen Sie sie nicht mit nach Hause. Kranke und verletzte Tiere gehören in tierärztliche Behandlung.

Broschüren über den Igel und den Naturnahen Garten (je 2,20 Euro) sind in der LBV-Geschäftsstelle, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth, Tel. 0921/759420 erhältlich.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 27.08.2009

Lärm beeinträchtigt Störche

Auch wenn es keine direkten Beweise gibt, sprechen nach Einschätzung des Landesbundes für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) alle Indizien dafür, dass das Technokonzert in der Nacht zum 26. Juli in Marktleuthen für die Verletzungen und letztendlich für den Tod des Jungstorches verantwortlich ist. Hinweise auf andere Störfaktoren liegen nicht vor. Der LBV reagiert daher mit Unverständnis, wenn in diesem Zusammenhang dem Horstbetreuer Heinz Spath von Seiten der Veranstalter Verleumdung vorgeworfen wird.

„Massive Lärmbeeinträchtigungen wie durch Feuerwerk, Böllerschüsse oder Rock- und Technokonzerte können dazuführen, dass Jungstörche panikartig ihr Nest verlassen“ erläutert Helmut Beran, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle in Bayreuth. „Wenn die Jungvögel dann noch nicht vollständig flugfähig sind, kann der unfreiwillige Ausflug aus dem Nest zu schweren Verletzungen führen“.

Die Geräuschbelastung zwischen einem Bürgerfest und einem Rock- oder Technokonzert lässt sich nur bedingt vergleichen. Ein konstanter, langsam an- bzw. abschwellender Lärmpegel ist für Störche sicher weniger störend als plötzlich auftretender Lärm in extremer Lautstärke kombiniert mit tiefen Bässen so Helmut Beran. Der Lärm bei einem Technokonzert ist mit dem eines Feuerwerks oder von Böllerschüssen vergleichbar. Auswirkungen von Feuerwerk auf Haus- und Wildtiere sind hinreichend bekannt und dokumentiert.

Der verletzte Jungstorch wurde am 27. Juli von einer Mitarbeiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle abgeholt und von Tierarzt Dr. Zartner in Bayreuth untersucht. Dieser stellte ein schweres Trauma im Wirbelsäulenbereich fest, das zur Lähmung der Beine führte. Der Storch konnte somit nicht mehr stehen. Diese Verletzungen sind vermutlich dadurch entstanden, dass der Storch beim nächtlichen Sturz aus dem Horst orientierungslos gegen eine Hauswand oder ein anderes Hindernis geprallt ist.

Klar widersprochen werden muss der Aussage von Bürgermeister Ritter, dass der Jungstorch von Altvögeln aus dem Nest gedrängt wurde. Ungeklärt ist auch das Schicksal des zweiten Jungstorches. Ein vorzeitiger Abflug in das afrikanische Winterquartier kann nahezu ausgeschlossen werden, da Jungstörche nach dem Ausfliegen noch mehrere Wochen von den Altvögeln betreut werden.

Der LBV fordert die Stadt Marktleuthen auf, dafür Sorge zu tragen, dass sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen. Ähnliche Veranstaltungen wie das Technokonzert dürfen daher zukünftig erst nach Abschluss der Brutsaison, frühestens Ende August, genehmigt werden.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 13.08.2009

Vandalismus am Lindenhof

Zunehmenden Vandalismus beklagt Helmut Beran, Leiter des Umweltschutz-Informationszentrums Lindenhof im Außenbereich der bayernweit anerkannten Umweltstation. So mussten in den letzten Monaten eine Reihe mutwilliger Beschädigungen an Spielgeräten des Naturerlebnispfades oder am Lehmbackofen verzeichnet werden. Massiv sind derzeit die Schäden an den Obstbäumen, die entlang der Karolinenreuther und Fürsetzer Straße auf dem Gelände des UIZ Lindenhof stehen.

„Wir haben durchaus Verständnis, wenn im Vorbeigehen mal ein paar Kirschen genascht werden, das haben wir als Kinder ebenso gemacht“ sagt Helmut Beran. Kein Verständnis zeigt der Lindenhof-Leiter jedoch dafür, wenn dabei starke Äste oder ganze Baumkronen, der teilweise noch jungen Obstbäume abgeknickt werden. „Es entsteht der Eindruck, wir sind hier ein Selbstbedienungsladen, wo sich jeder kostenlos mit Obst versorgen kann“, stellt Helmut Beran fest.

„Gerade in den Abendstunden oder an Wochenenden wenn keine Mitarbeiter mehr am Lindenhof sind, kommen Leute mit Taschen oder Eimern und leeren die Bäume komplett ab“. Helmut Beran wertet dieses Vorgehen als Diebstahl, das zukünftig konsequent zur Anzeige gebracht wird.

Der LBV ist nach wie vor an guten nachbarschaftlichen Beziehungen interessiert, durch die Vorfälle wird jedoch ein Neben- und Miteinander des UIZ Lindenhof und den Bewohnern der Hohlmühlsiedlung erschwert. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Erholungssuchende oder Spaziergänger aus dem Stadtgebiet für die Schäden verantwortlich sind. Der LBV appelliert an die Anwohner, bei Beobachtungen von Vandalismus den LBV oder direkt die Polizei zu informieren.

Die Obstbäume am UIZ Lindenhof wurden vor rund 10 Jahren gepflanzt und damals von Spendern finanziert. Der Spender hat die Möglichkeit das Obst „seines Baumes“ zu ernten, nicht benötigtes Obst verwertet der LBV. So wird jeden Herbst Apfelsaft von den ungespritzten Streuobstbeständen des LBV verkauft, der Erlös kommt dem UIZ Lindenhof zugute.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 27.07.2009

Ausreichend Wasser für die Wiesent

Wasserkraftnutzung Sachsenmühle notfalls einschränken

Als Skandal bewertet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) das Trockenfallen der Wiesent im Bereich Sachsenmühle als Folge der Wasserkraftnutzung durch den Wasserzweckverband der Wiesentgruppe. Nachdem die Durchgängigkeit der Wiesent nicht mehr gewährleistet ist, fordert der LBV das Landratsamt Forchheim auf, dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Restwasser in der Wiesent verbleibt, damit der Fluss seine ökologischen Funktionen erfüllen kann. Notfalls muss die Wasserkraftnutzung an der Sachsenmühle eingeschränkt werden.

„Durch die Inbetriebnahme einer neuen Turbine ist eine deutliche Verschlechterung des vorherigen ökologischen Zustandes eingetreten, auch weil der von fachlicher Seite geforderte Neubau einer Fischtreppe als Aufstiegshilfe ist nicht realisiert worden ist“, verdeutlicht Helmut Beran von der LBV Geschäftsstelle Bayreuth. „Es ist absolut unverständlich, wie in diesem Fall eine Genehmigung durch das Landratsamt Forchheim erfolgen konnte“.

Unabhängig davon, ob die Wasserkraftanlage aufgrund eines Bescheides von 1915 ordnungsgemäß betrieben wird, liegt hier ein klarer Verstoß gegen mehrere rechtsverbindliche Verordnungen vor, erläutert Helmut Beran vom LBV. Das Trockenfallen der Wiesent als Folge der Wasserkraftnutzung verstößt gegen das Verschlechterungsverbot der FFH-Richtlinie und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowie gegen die Vorgabe der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, die ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern zu verbessern. Der LBV fordert daher das Landratsamt Forchheim auf, dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Restwasser in der Wiesent verbleibt. Bis eine funktionsfähige Fischtreppe gebaut ist, muss ausreichend Wasser über das Wehr fließen. Notfalls muss die Wasserkraftnutzung an der Sachsenmühle eingeschränkt werden.

Der LBV vermutet, dass die Inbetriebnahme der neuen Turbine mit der Novellierung des Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) von 2009 in Zusammenhang steht. So erhalten Kraftwerksbetreiber seit diesem Jahr eine höhere Einspeisevergütung. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine „wesentliche Verbesserung des vorherigen ökologischen Zustandes“. Nachdem dies im Bereich Sachsenmühle nicht der Fall ist, kann auch keine höhere Einspeisevergütung gewährt werden, fordert Helmut Beran.

Das Beispiel Sachsenmühle widerlegt nach Ansicht des LBV die Mähr von der „ökologisch unbedenklichen“ Energie Wasserkraft. In Bayern gibt es rund 4200 Wasserkraftwerke, davon erzeugen rund 220 Anlagen 92% der Energie, die restlichen 4000 Anlagen erzeugen nur 8% der Gesamtstrommenge. Diese Anlagen leisten somit nur einen geringen Beitrag zur Stromerzeugung und zur Co-2-Einsparung, verursachen aber gleichzeitig massive Eingriffe in das Ökosystem Fließgewässer. Solche Kleinwasserkraftanlagen verändern den Charakter eines Fließgewässers massiv. Sie verhindern die Durchgängigkeit der Fließgewässer, greifen in die Gewässerstruktur ein und unterbinden den Geschiebetransport im Gewässer. Der LBV fordert daher, auf einen Neubau von Wasserkraftwerken zu verzichten und bei Auslaufen der Konzessionen einen Rückbau der Anlagen.

Der LBV sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass für die dramatischen Bestandseinbrüche bei Fischarten wie der Äsche im Bereich der Wiesent nicht in erster Linie der Kormoran, sondern vor allem der Mensch verantwortlich ist. Dieser greift seit vielen Jahrzehnten durch Gewässerverbau und Sedimenteintrag aus der Landwirtschaft massiv in die Fließgewässerökologie ein. Die Fische können nicht mehr im Gewässer wandern, die Laichplätze der Kieslaicher gehen durch Verschlammung verloren.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter Bezirksgeschäftstelle Oberfranken/UIZ Linenhof


LBV - Pressemitteilung vom 08.05.2009

"Wasser zieht Kreise- Schulen und Jugendgruppen beleben den

Obermain"

Ein Projekt zur Umsetzung der Bildung für Nachhaltigkeit sowie zur ökologischen Aufwertung des Obermains

An der Bodenmühle im Bayreuther Ortsteil Wolfsbach erfolgte heute der Startschuss für das Projekt: „ Wasser zieht Kreise- Schulen und Jugendgruppen beleben den Obermain“ des Landesbundes für Vogelschutz- Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV). Das Projekt, das die Umsetzung der Bildung für Nachhaltigkeit sowie eine ökologische Aufwertung des Obermains zum Ziel hat, wird vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG), der Bayerischen Sparkassen-stiftung und der Sparkasse Bayreuth gefördert. „Jede Generation trägt die Verantwortung für die Umwelt der nächsten Generation“, betonte Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführer der Bayerischen Sparkassenstiftung, und unterstrich damit die Bedeutung dieses Projektes für die regional verbundenen bayerischen Sparkassen.

Der Obermain, mit seinen Quellflüssen Weißer und Roter Main sowie seinen Nebenflüssen Rodach, ltz und Baunach, ist mit einem Einzugsgebiet von ca. 4000 km² die wichtigste Wasserader im Raum Bayreuth, Coburg und Bamberg.

Die geheimnisvollen Auwälder, Kies- und Sandbänke, Steilufer und das fließende Wasser sind Lebensraum für viele bedrohte und faszinierende Tier- und Pflanzenarten. „Dennoch besteht Handlungsbedarf, die Gewässerstrukturen zu verbessern. Dabei ist von besonderer Bedeutung, die Jugend - die Wassernutzer von morgen - mit einzubeziehen“, so Thomas Kappauf, Umweltbildungsreferent des LBV.

Die Schulklassen und Jugendgruppen sollen den Natur- und Erlebnisraum Obermain neu entdecken. Im Blickfeld stehen dabei insbesondere die Wassernutzung, die Durchgängigkeit und Struktur der Fließgewässer, der Ökologische Hochwasserschutz, die Entwicklung der Talaue, die Gewässergüte und vor allem die Verantwortung für die Sauberkeit der Gewässer. So bietet das Projekt spannende Angebote, wie die biologische Gewässergüte bestimmen, die chemisch-physikalischen Bedingungen kennen lernen, die Gewässerstrukturgüte erfassen, Gehölze pflanzen, Bachpatenschaften übernehmen und vieles mehr.

Dr. Manfred Löbl von der Regierung von Oberfranken betonte, „dass gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für einen zukunftsweisenden Umweltschutz heute wichtiger denn je ist, denn die Kinder von heute sind die Entscheidungsträger von morgen. Der Lindenhof stellt durch dieses anspruchsvolle Projekt wieder einmal seine Leistungsfähigkeit als anerkannte Umweltstation unter Beweis“.

„Das Projekt bietet zudem zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten, beispielsweise Lehrer- und Gruppenleiterfortbildungen, Schüler- und Jugendcamps, Projektwochen und eine Vielzahl an Einzelaktionen. Bereits die kleinste Aktion am kleinsten Bach zählt und leistet ihren Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Gesamtsituation des Obermains“ so Kappauf weiter.

Weitere Informationen über das Projekt und weitere Beteiligungsmöglichkeiten erhalten Sie über die LBV- Geschäftsstelle Bayreuth, Tel.: 0921-759420 oder im Internet unter www.wasser-zieht-kreise.de .

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Leiter BGS Oberfranken/UIZ Lindnehof

Thomas Kappauf (Dipl.-Biol.)
Umweltbildungsreferent UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 12.05.2009

Für Bayerns Natur – Jede Kröte zählt!

Direkt im Anschluss an die Stunde der Gartenvögel startet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) die nächste bayernweite Aktion: Diesmal steht nicht das Zählen von Vögeln, sondern das Sammeln von dringend notwendigen Finanzmitteln für wichtige Naturschutzprojekte im Vordergrund. Mit den Einnahmen der Haus- und Straßensammlung werden insbesondere die 17 Umweltzentren und lokalen Naturschutzprojekte des LBV finanziert.

“Wir können doch nicht einfach zusehen, wie unsere Natur den Bach hinunter geht, jeder kann etwas tun” so Thomas, 13jähriger Hauptschüler aus Bayreuth. Thomas ist nur einer von fast 30.000 Menschen in Bayern, die auch in diesem Jahr wieder mit Spendenbüchse und Sammelliste in der Woche vom 11. bis 17. Mai 2009 im Rahmen der Haus- und Straßensammlung des LBV unterwegs sind. “Für Bayerns Natur - jeder Euro zählt” so lautet das diesjährige Motto der LBV-Sammlung. Während bei der Sammlung 1979 gerade mal 12.500 Euro erzielt wurden, hofft der LBV in diesem Jahr auf ein Ergebnis von 500.000 Euro.

Bezirksgeschäftsstellenleiter Helmut Beran: „Jahr für Jahr begeistern wir mit unseren Umweltstationen über 100.000 Besucherinnen und Besucher für die Natur. Wir sensibilisieren sie für die wichtigen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft, den Klimawandel und den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt. Für viele Schulen und Eltern stellen wir eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebotes dar. Eine institutionelle Förderung für diese Aufgaben erhalten wir nicht.

“Im letzten Jahr hätten etliche LBV- Projekte ohne die Haus- und Straßensammlung nicht durchgeführt werden können” so Andreas Hahn, 1. Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Bayreuth. In der Tat konnten einige Erfolge vermeldet werden. Arten, wie Weißstorch oder Wanderfalke befinden sich wieder im Aufwind. Über 800 ha bedrohte Lebensräume für gefährdete heimische Pflanzen- und Tierarten konnten inzwischen durch den LBV durch Ankauf für immer gerettet werden. Allein hierfür wurden im letzten Jahr vom LBV 600.000 Euro eingesetzt. “Jeder gespendete Euro hilft der Natur weiter” so Andreas Hahn. “Hier geht es nicht um große Summen, sondern jeder einzelne gibt einfach das, was er gerade in der Tasche hat.” Genau das macht den Charakter einer solchen Straßensammlung aus. Die vielen kleinen Beträge, zusammengetragen durch viele Tausende von Sammlern, summieren sich zu einem stolzen Betrag, mit dem wirksamer Naturschutz betrieben werden kann.

Auch in Stadt und Landkreis Bayreuth werden vom 11. bis 17. Mai 2009 wieder Sammler mit Liste und Büchse für den LBV unterwegs sein, und die Bevölkerung um Unterstützung für die vielfältige Arbeit des LBV bitten. Artenhilfsprogramme für Weißstorch, Amphibien und Fledermäuse, Anpachtung bzw. Ankauf schützenswerter Lebensräume kosten neben engagierter ehrenamtlicher Arbeit der vielen LBV-Aktiven auch sehr viel Geld. Daneben engagiert sich der LBV auch stark in der Umweltbildung. Im Lindenhof in Bayreuth, einer staatlich anerkannten Umweltbildungsstation werden vielfältige Veranstaltungen für Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien angeboten. Dadurch gelingt es, breite Teile der Bevölkerung für die heimische Natur zu begeistern.

Daher unsere herzliche Bitte: Unterstützen Sie die Arbeit des LBV mit Ihrer Spende.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Beran (Dipl.-Biol.)

Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 23.04.2009

Der Kormoran als Sündenbock

In einem Artikel oberfränkischer Tageszeitungen vom 24. März 2009 sehen Vertreter des Bezirksfischereiverbandes Oberfranken die Artenvielfalt der Fische in den Fließgewässern der Fränkischen Schweiz gestört. Der Artikel vermittelt den Eindruck, dass einzig der Kormoran für den Rückgang der heimischen Fischarten verantwortlich ist. Diese Einschätzung ist falsch und wird vom Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) klar zurückgewiesen.

„Der Kormoran muss als Sündenbock für vom Menschen verursachte Eingriffe in die Fließgewässer herhalten“ erklärt Helmut Beran von der LBV–Geschäftsstelle Bayreuth. Hauptverantwortlich für die dramatischen Bestandseinbrüche bei den Fischarten wie der Äsche ist der Mensch, der seit vielen Jahrzehnten massiv in die Fließgewässerökologie eingegriffen hat. Querbauwerke an Fließgewässern, die die Wanderungen von Fischen und anderen Gewässerorganismen unterbinden und die massive Verschlammung, die die Laichplätze von Kieslaichern wie Äsche oder Bachforelle zerstört, sind die wahren Ursachen für den Artenrückgang bei den Fischen. Ein weiterer Faktor ist die intensive Freizeitnutzung an der Wiesent, insbesondere das Kanufahren, durch die Laichplätze und Fischbrut geschädigt werden.

Unbestritten ist, dass in kalten und langanhaltenden Wintern der Kormoran wegen der zugefrorenen Stillgewässer verstärkt auf Fließgewässer wie die Wiesent und ihre Nebenflüsse ausweicht. Bestandseinbrüche bei der Äsche sind jedoch schon seit den 70er und 80er Jahren zu verzeichnen, lange bevor der Kormoran in nennenswerter Zahl wieder an oberfränkischen Gewässern aufgetaucht ist.

Der LBV bedauert, wenn durch den Kormoran finanzielle Schäden bei Fischwirten oder Fischereiberechtigten auftreten. Für die negative Bestandsentwicklung bei den Fischen darf man allerdings nicht alleine den Kormoran verantwortlich machen. Eine Bejagung löst das Problem nicht, da dies lediglich ein Herumdoktern an Symptomen bedeutet, nicht jedoch die tatsächlichen Ursachen der Bestandsrückgänge beseitigt. Durch eine Bejagung werden die Tiere zusätzlich unter Stress gesetzt, sie verbrauchen mehr Energie und haben daher auch einen höheren Nahrungsbedarf. Der LBV ist dialogbereit und unterstützt das von der Regierung von Oberfranken geplante Hilfsprogramm für die Äsche an der Wiesent.

Strikt abgelehnt werden von Seiten des LBV Bestrebungen, den Kormoran ganzjährig und in Schutzgebieten zu jagen. Damit wird ein Präzedenzfall geschaffen, der den Schutzzweck in Schutzgebieten aushöhlt und Forderungen nach Bejagung anderer geschützter Tierarten in Schutzgebieten wie Gänsesäger, Graureiher oder Biber Vorschub leistet.

Wichtige Ziele im Fischarten- und Fließgewässerschutz sind die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer, der Rückbau von Querbauwerken, die Verhinderung des Sedimenteintrages in die Gewässer und Lenkungsmaßnahmen im Bereich Kanufahren, erläutert Helmut Beran vom LBV.

So hat sich der LBV mit dem Bezirksfischereiverband für eine fisch- und naturverträgliche Regelung zum Kanufahren auf der Wiesent eingesetzt – bisher leider ohne den gewünschten Erfolg. Zusammen mit Vertretern verschiedener Behörden und Verbände ist der LBV an dem Projekt „Entschlammung der Wiesent“ beteiligt, das vom Bezirk Oberfranken gefördert wird. Erfolg wird das Projekt jedoch nur haben, wenn es gelingt, zukünftig die massiven Sedimenteinträge in die Gewässer, die zum großen Teil aus der intensiven Landwirtschaft stammen, zu unterbinden. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband und dem Bund Naturschutz hat der LBV ein Positionspapier zur Wasserkraftnutzung erarbeitet. Ziel ist ein Verzicht auf den weiteren Ausbau der Fließgewässer zur Wasserkraftnutzung und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit.

gez. Helmut Beran (Dipl.-Biol.)

Leiter BGS Oberfranken / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 23.04.2009

-Chance für unser Fichtelgebirge-

Kundgebung zum Aus der Fichtelgebirgsautobahn am Freitag,

1. Mai 2009 um 13:30 Uhr auf dem Waldsteingipfel

Am 1. Mai 2009 findet unter dem Motto „Aus für die Fichtelgebirgsautobahn- Chance für das Fichtelgebirge“, eine gemeinsame Kundgebung des Landesbundes für Vogelschutz- Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV), des Bundes Naturschutz (BN) und der Bürgerinitiative gegen eine Autobahn im Fichtelgebirge auf dem Waldsteingipfel statt.

Anfang 2009 verkündete der Bayerische Innenminister Herrmann das Ende der Planungen für eine Fichtelgebirgsautobahn. Dies ist ein großer Erfolg für die Bewohner des Fichtelgebirges in ihren jahrelangen Bemühungen gegen eine Autobahn durch das Fichtelgebirge. Durch die Entscheidung sehen sich die Umweltverbände in ihrer Auffassung bestärkt, dass das Fichtelgebirge aufgrund seiner naturräumlichen Ausstattung mit Vorkommen europaweit geschützter Arten wie Luchs, Fischotter, Rauhfusskauz oder Schwarzstorch und seiner Bedeutung als Ferienregion für naturnahen Tourismus keine Autobahn verträgt.

Waren es in den letzten acht Jahren politische Demonstrationen gegen die Planung einer Autobahn durch das Fichtelgebirge, so steht dieses Mal das Feiern des Erfolges im Vordergrund.

Bei der Veranstaltung werden Dr. Hubert Weiger vom Bund Naturschutz, Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz und Sandra Krause von der Bürgerinitiative sprechen. Umrahmt wird die Veranstaltung von den „Münchberger Spitzbuben“. Treffpunkt für die Bildung von Fahrgemeinschaften für alle Teilnehmer aus dem Raum Bayreuth ist am 1. Mai um 12:00 Uhr am Volksfestplatz in Bayreuth.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.)

Leiter BGS / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 16.03.2009

Vorsicht Hochzeitszug

Landesbund für Vogelschutz betreut Amphibienwanderwege

Aufgrund der milden Temperaturen der letzten Tage sind Kröten, Molche und Frösche aus ihrer Winterstarre erwacht und haben sich auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern begeben. Häufig müssen die Lurche auf diesen Wanderungen Straßen überqueren. Dies bedeutet für viele Tiere den sicheren Tod, da sie von Autoscheinwerfern geblendet regungslos auf der Fahrbahn sitzen bleiben und überrollt werden.

Um die Tiere vor dem Straßentod zu retten, werden auch dieses Jahr wieder vom Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) mit Unterstützung des Straßenbauamtes Bayreuth und der Regierung von Oberfranken Amphibienzäune mit Fanggefäßen aufgestellt. Die so gefangenen Lurche müssen regelmäßig eingesammelt und auf die andere Straßenseite getragen werden. In diesem Jahr betreut der LBV Wanderwege an der B 22 in Meyernberg, im Bereich des UIZ Lindenhof, in Eckersdorf und in Laineck/Friedrichsthal. An den Straßen sind diese Wanderwege durch Schilder gekennzeichnet. Autofahrer können durch langsame und vorsichtige Fahrweise die Gefahr für Amphibien vermindern. Dabei schützen sie auch sich selbst, denn überfahrene Tiere können eine erhebliche Rutschgefahr darstellen.

Zu den häufigsten Laichwanderern im Bayreuther Raum zählen die Erdkröte und der Grasfrosch, daneben kommen Wasserfrosch, Teich- und Bergmolch vor. Gelegentlich können auch stark gefährdete Arten wie Moorfrosch, Knoblauchkröte, Kreuzkröte oder Kammmolch angetroffen werden, erläutert Diplom-Biologe Helmut Beran vom LBV. Durch die Tätigkeit einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer konnte die Zahl der überfahrenen Tiere auf den betreuten Wanderwegen auf ein Minimum reduziert werden. Die Lurche werden gezählt und nach Art und Geschlecht getrennt und anschließend in Nähe ihres Laichgewässers wieder ausgesetzt. Durch die Betreuung von Wanderwegen kann den Amphibien kurzfristig geholfen werden, langfristig müssen allerdings ihre Lebensräume erhalten und gesichert werden, will man den Fortbestand der Arten auch in Zukunft gewährleisten. Von dem erschreckenden Rückgang der Feuchtgebiete in den letzten Jahrzehnten, sind vor allem die einheimischen Amphibien betroffen, da sie aufgrund ihrer besonderen Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen sind. Amphibien gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen in unserer Fauna. Von den 20 einheimischen Arten stehen bereits 12 Arten, das sind 60%, auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere, zieht der Biologe Helmut Beran eine düstere Bilanz. Neben der Betreuung von Amphibienwanderwegen führt der LBV auch Kartierungen gefährdeter Arten durch, versucht wertvolle Lebensräume durch Pacht oder Ankauf langfristig zu sichern oder legt Feuchtgebiete mit Laichtümpeln an.

Wer sich an Aktivitäten des Arbeitskreises Amphibien im LBV beteiligen will oder genaueres über Amphibien und deren Schutz erfahren möchte, kann sich an die Geschäftsstelle Bayreuth des Landesbundes für Vogelschutz, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth, Tel. 0921/759420 wenden.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Geschäftsstellenleiter


LBV - Pressemitteilung vom 03.03.2009

Vanilletrüffel mit Weinbrand –Neue Praline zum Eisvogel „Vogel

des Jahres 2009"

Bereits zum fünften Mal präsentiert die Confiserie Klein in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz den Vogel des Jahres als Praline. Dieses Jahr ziert eine Abbildung des Eisvogels – Vogel des Jahres 2009 den Vanilletrüffel mit Weinbrand verfeinert, welcher von Edel- Vollmilchschokolade umhüllt ist. Von jedem verkauften Kilo Pralinen, spendet die Confiserie Klein 2,50 Euro an das Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof des LBV in Bayreuth. Die Pralinen sind erhältlich bei der Confiserie Klein, Richard-Wagner-Str. 22 in 95444 Bayreuth, www.confiserieklein.com. Eine Infobroschüre zum Eisvogel können Sie bei der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken, Karolinenreuther Str. 58, 95448 Bayreuth, Tel. 0921/75942-0, oberfranken@lbv.de zum Preis von 2,20 Euro zuzügl. Portokosten anfordern.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Beran (Dipl.-Biol.), Leiter BGS / UIZ Lindenhof


LBV - Pressemitteilung vom 04.02.2009

Der Kormoran als Sündenbock

In einem Artikel der Nürnberger Nachrichten vom 31. Januar 2009 sehen Gastronome und Hoteliers aus dem Wiesenttal das ökologische Gleichgewicht in den Fließgewässern der Fränkischen Schweiz gestört. Nach Ansicht der Gastronomen ist einzig der Kormoran für den Rückgang der heimischen Fischarten verantwortlich ist. Diese Einschätzung ist falsch und wird vom Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) klar zurückgewiesen.

„Der Kormoran muss als Sündenbock für vom Menschen verursachte Eingriffe in die Fließgewässer herhalten“ erklärt Helmut Beran von der LBV–Geschäftsstelle Bayreuth. Hauptverantwortlich für die dramatischen Bestandseinbrüche bei den Fischarten wie der Äsche ist der Mensch, der seit vielen Jahrzehnten massiv in die Fließgewässerökologie eingegriffen hat. Querbauwerke an Fließgewässern, die die Wanderungen von Fischen und anderen Gewässerorganismen unterbinden und die massive Verschlammung, die die Laichplätze von Kieslaichern wie Äsche oder Bachforelle zerstört, sind die wahren Ursachen für den Artenrückgang bei den Fischen. Ein weiterer Faktor ist die intensive Freizeitnutzung an der Wiesent, insbesondere das Kanufahren, durch die Laichplätze und Fischbrut geschädigt werden.

Unbestritten ist, dass in kalten und langanhaltenden Wintern der Kormoran wegen der zugefrorenen Stillgewässer verstärkt auf Fließgewässer wie die Wiesent und ihre Nebenflüsse ausweicht. Bestandseinbrüche bei der Äsche sind jedoch schon seit den 70er und 80er Jahren zu verzeichnen, lange bevor der Kormoran in nennenswerter Zahl wieder an oberfränkischen Gewässern aufgetaucht ist.

Der LBV bedauert, wenn durch den Kormoran finanzielle Schäden bei Fischwirten oder Fischereiberechtigten auftreten. Für die negative Bestandsentwicklung bei den Fischen darf man allerdings nicht alleine den Kormoran verantwortlich machen. Eine Bejagung löst das Problem nicht, da dies lediglich ein Herumdoktern an Symptomen bedeutet, nicht jedoch die tatsächlichen Ursachen der Bestandsrückgänge beseitigt. Durch eine Bejagung werden die Tiere zusätzlich unter Stress gesetzt, sie verbrauchen mehr Energie und haben daher auch einen höheren Nahrungsbedarf. Der LBV ist dialogbereit und unterstützt das von der Regierung von Oberfranken geplante Hilfsprogramm für die Äsche.

Wichtige Ziele im Fischarten- und Fließgewässeschutz sind die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer, der Rückbau von Querbauwerken, die Verhinderung des Sedimenteintrages in die Gewässer und Lenkungsmaßnahmen im Bereich Kanufahren, erläutert Helmut Schmitt, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Forchheim.

So hat sich der LBV mit dem Bezirksfischereiverband für eine fisch- und naturverträgliche Regelung zum Kanufahren auf der Wiesent eingesetzt – bisher leider ohne den gewünschten Erfolg. Zusammen mit Vertretern verschiedener Behörden und Verbände ist der LBV an dem Projekt „Entschlammung der Wiesent“ beteiligt, das vom Bezirk Oberfranken gefördert wird. Erfolg wird das Projekt jedoch nur haben, wenn es gelingt, zukünftig die massiven Sedimenteinträge in die Gewässer, die zum großen Teil aus der Landwirtschaft stammen, zu unterbinden. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband und dem Bund Naturschutz hat der LBV ein Positionspapier zur Wasserkraftnutzung erarbeitet. Ziel ist ein Verzicht auf den weiteren Ausbau der Fließgewässer zur Wasserkraftnutzung und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.), Leiter BGS / UIZ Lindenhof




LBV - Pressemitteilung vom 03.02.2009

LBV begrüßt Aus für Fichtelgebirgsautobahn

Der Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) begrüßt das Aus für die sogenannte Fichtelgebirgsautobahn. Der LBV hat sich seit Jahren gegen eine zusätzliche Ost-West-Verbindung durch das Fichtelgebirge wegen des fehlenden verkehrlichen Bedarfes ausgesprochen. Auch massive Eingriffe in Natur und Landschaft, die Zunahme von Lärm und Luftschadstoffen sowie negative Auswirkungen auf Wohnqualität und Fremdenverkehr sprachen von Anfang an gegen das Projekt. Mit der jetzigen Entscheidung sieht sich der LBV in seiner jahrelangen Ablehnung einer Autobahn durch das Fichtelgebirge bestätigt. Der LBV fordert, dass freiwerdende Mittel für Lärmschutz an der B 303 und für den Ausbau des Schienen- und Personennahverkehrs verwendet werden.

Die aktuelle Verkehrsentwicklung auf der B 303 mit durchschnittlich weniger als 6000 Kraftfahrzeugen/Tag bei Bischofsgrün rechtfertigt auch keinen weiteren Ausbau dieser Trasse oder den Bau der sogenannten Z-Linie. Der LBV warnt davor, dass durch den von Innenminister Herrmann angekündigten Bau von Ortsumgehungen an der B 303 die Fichtelgebirgsautobahn durch die Hintertür doch noch verwirklicht wird. Der LBV fordert vielmehr wirksame Lärmschutzmaßnahmen für die angrenzenden Gemeinden sowie eine Sperrung der B 303 und aller Bundes- und Staatsstraßen im Fichtelgebirge für den Transitverkehr. Eine Sperrung für den überörtlichen Transitverkehr ist machbar, wenn dies politisch gewollt ist, so Helmut Beran, LBV-Geschäftsstelle Bayreuth.

Der LBV kritisiert, dass die Bayerische Staatsregierung und eine Reihe von Politikern wider besseren Wissens das Projekt trotz der fehlenden verkehrlichen Notwendigkeit unbedingt durchbringen wollten. So wurden in den letzen Jahren erhebliche finanzielle Mittel für Voruntersuchungen und zur Trassenfindung verschwendet. Diese Mittel hätten an anderer Stelle, z.B. beim Lärmschutz, sinnvoll eingesetzt werden können, kritisiert Helmut Beran

Aus Klimaschutzgründen muss der Verkehr zukünftig europaweit deutlich reduziert werden. Dazu sind nach Ansicht des LBV keine neuen Autobahnen und Fernstrassen erforderlich, sondern intelligente Verkehrssysteme und ein Ausbau des Schienennetzes und des öffentlichen Personennahverkehrs, um den Ausstoß von Treibhausgasen und die Umweltbelastung zu verringern.

Der jahrelange Kampf der Naturschutzverbände und der Bürgerinitiativen gegen eine Fichtelgebirgsautobahn hat jetzt einen ersten wichtigen Erfolg gebracht.

Der LBV fordert aufgrund der jetzt vorliegenden Daten, die Fichtelgebirgsautobahn, auch die sogenannte Z-Linie, umgehend aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

Helmut Beran (Dipl.-Biol.) Geschäftsstellenleiter


Jahrespressemitteilung vom 23.01.2009 des LBV Oberfranken

Landesbund für Vogelschutz wird 100 Jahre jung

Der Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) feiert 2009 sein 100-jähriges Jubiläum. 1909 als staatlich autorisierte Vogelschutzkommission für Bayern von Freiherr von Gebsattel in Bamberg im Auftrag des Königlich Bayerischen Innenministers gegründet, hat sich der LBV in den 100 Jahren seines Bestehens zu einem modernen Naturschutzverband entwickelt. Mit bayernweit 70.000 Mitgliedern und Förderern ist der LBV heute der größte und gleichzeitig älteste Arten- und Biotopschutzverband in Bayern. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde der Wappenvogel des LBV, der Eisvogel, zum Vogel des Jahres gewählt. Im Jubiläumsjahr finden bayernweit Veranstaltungen statt, Höhepunkt ist ein Festakt mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten im Mai.

Im Bezirk Oberfranken kann der LBV auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück blicken. Die Mitgliederzahl in Oberfranken konnte um mehr als 5 % auf inzwischen 7.500 gesteigert werden. Arten wie Wanderfalke und Weißstorch zeigen eine positive Bestandsentwicklung und die Nachfrage nach Umweltbildungsangeboten steigt ständig. In den drei oberfränkischen Umweltstationen des LBV in Bamberg, Bayreuth und Hof wurden im letzten Jahr 850 Veranstaltungen mit 18.000 Teilnehmern durchgeführt.

Klimawandel, der Erhalt der Biologischen Vielfalt und der weiter ungebremste Flächenverbrauch in Bayern sind laut Frank Reißenweber, Mitglied im LBV-Landesvorstand und Helmut Beran, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken große gesamtgesellschaftliche Herausforderungen für 2009 und die folgenden Jahre.

Erhalt der Biologischen Vielfalt In den letzten Jahren führte der LBV in Oberfranken eine Reihe von Projekten durch, die wertvolle Flächen für den Naturschutz für zukünftige Generationen sicherten Beispielhaft seien hier die Projekte „Lange Berge/Bruchschollenkuppen“ und „Rodachaue“ im Landkreis Coburg und das Projekt „Staffelberg/Morgenbühl“ im Landkreis Lichtenfels genannt. Der LBV übernimmt hier gesamtstaatliche Aufgaben zum Erhalt einer artenreichen und vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.

In Bayern sind inzwischen 62% aller Tier- und Pflanzenarten auf einer Roten Liste zu finden. Der Artenrückgang beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf seltene Arten, sondern hat auch ehemals häufige Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz oder Mehlschwalbe erfasst. Die von der Bayerischen Staatsregierung im April 2008 verabschiedete Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt wird als ein erster Schritt gesehen. Der LBV unterstützt die Ziele der Bayerischen Biodiversitätsstrategie wie den Ausbau des Biotopverbundnetzes, die Verbesserung der Bestandssituation heimischer Tier- und Pflanzenarten, die Reduzierung des Flächenverbrauchs und die Stärkung der Umweltbildung. Der LBV fordert, dass für die Umsetzung ein verbindlicher Zeitplan aufgestellt wird, dass eine verlässliche Effizienzkontrolle eingerichtet wird und dass trotz der aktuellen Finanzkrise die zugesagten finanziellen Mittel zügig bereitgestellt werden.

In diesem Zusammenhang unterstützt der LBV die Ausweisung eines Nationalparkes im Steigerwald. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, bis 2020 10 % des öffentlichen Waldes der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Durch die Ausweisung eines Nationalparkes Steigerwald kann Bayern seiner Verpflichtung zum Schutz der Buchenwälder nachkommen. Der LBV ist überzeugt, dass ein Nationalpark Steigerwald eine zentrale Chance für Mensch und Natur in der Region ist und fordert die Bayerische Staatsregierung auf, eine Machbarkeitsstudie für einen Nationalpark in Auftrag zu geben.

Zunehmender Flächenverbrauch Der nach wie vor extrem hohe Flächenverbrauch in Bayern (2006 – 20,6 ha pro Tag, 2007 – 16 ha pro Tag) ist für den LBV ein Alarmsignal und zeigt, dass das 2003 gestartete Bündnis für Flächensparen gescheitert ist. Ursache für den massiven Flächenverbrauch in Bayern ist die ständig zunehmende Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten durch die Kommunen sowie der Bau und die Planung neuer Infrastrukturmaßnahmen (ICE-Trasse Nürnberg-Erfurt, B 303 neu , B 22 neu, Verkehrslandeplatz Hof). Der LBV fordert eine stufenweise Verringerung des Flächenverbrauchs bis zum Jahr 2010 weniger als 10 ha pro Tag und bis zum Jahr 2020 weniger als 5 ha pro Tag. Helmut Beran fordert, überflüssige Infrastrukturprojekte wie die Fichtelgebirgsautobahn ersatzlos zu streichen sowie die Einführung eines verbindlichen Flächenressourcen-Managements in den Kommunen.

Klimawandel Der heute nicht mehr zu leugnende Klimawandel stellt die größte Herausforderung der Menschheit dar. Dieses Thema wird daher auch die Arbeit des LBV 2009 und in den Folgejahren beeinflussen. Der LBV wird sich intensiv mit den ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels auseinandersetzen und Maßnahmen und Projekten die einen weiteren C0-2-Anstieg in der Atmosphäre fördern, entschieden entgegen treten.

Feuchtgebiete, Moore und Wälder sind ein hervorragender Kohlenstoffspeicher und haben daher eine herausragende Bedeutung für den Klimaschutz. Durch Rodung von Wäldern, Trockenlegung von Feuchtgebieten und Umbruch von Grünland in Acker werden enorme Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

Der LBV besitzt bayernweit über 2000 ha an Eigentums- und Pachtflächen, hierbei handelt es sich zum großen Teil um Feuchtgebiete und Moore. Auch in Oberfranken leistet der LBV hier ein wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Beispielhaft seien genannt: Feuchtflächen rund um die LBV-Ökostation Helmbrechts, Moorbereiche im Landkreis Kulmbach, Feuchtwiesen im Maintal in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach oder im Rodachtal im Landkreis Coburg und im Aurachtal im Landkreis Bamberg. „Durch die extensive Nutzung der LBV-Flächen werden in vorbildlicher Weise Funktionen des Klimaschutzes, des Hochwasserschutzes und des Naturschutzes miteinander verknüpft“, erläutert Frank Reißenweber.

Die aktuelle Finanzkrise darf nicht als Vorwand genutzt werden, um wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verzögern oder gar vollständig zu streichen. Hier kritisiert der LBV die Entscheidungsträger auf allen politischen Ebenen, die bisher nur unzureichende Maßnahmen ergriffen haben, um den Ausstoß sogenannter Treibhausgase wirksam zu reduzieren.

Um die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren wird der Gesetzgeber aufgefordert, Lösungen zu erarbeiten wie bei Neubauten die Nutzung von Photovoltaik, Solarthermie und anderen regenerativen Energiequellen sowie die Nutzung von Niederschlagswasser verbindlich vorgeschrieben werden kann. Insbesondere bei Gewerbegebieten, die aufgrund der eingeschossigen Bauweise einen hohen Flächenverbrauch aufweisen, fordert der LBV die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern durch den Bauträger.

Helmut Beran, Dipl. Biol.
Leiter Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken

Frank Reißenweber, Dipl. Biol. Mitglied des Landesvorstandes


LBV - Pressemitteilung vom 10.01.2009

Freundeskreis Lindenhof erhält Umweltpreis

Der Umwelt- und Naturschutzpreis der Stadt Bayreuth geht nach dem Willen des Stadtrats diesmal an den Freundeskreis Lindenhof Umweltschutz- Informationszentrum.
Der mit 1500 Euro dotierte Preis wird von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl am Donnerstag, 22. Januar um 17 Uhr bei einer Feierstunde im Neuen Rathaus verliehen. Mit der Verleihung des Umwelt- und Naturschutzpreises wird das Engagement des Freundeskreis bei der Unterstützung des Projekts Lindenhof des Landesbundes für Vogelschutz gewürdigt. Ausgehend von einem Aussiedlerhof wurde der Lindenhof zu einem Informationszentrum mit vielfältigen Aufgaben ausgebaut. Der Freundeskreis, der im Jahr 1996 gegründet wurde und heute etwa 60 Mitglieder zählt, hat an der Verwirklichung dieses Projekts maßgeblichen Anteil. Seit dem Jahr 1989 vergibt die Stadt Bayreuth einen Umwelt- und Naturschutzpreis, seit 1996 im zweijährigen Turnus. Die Auszeichnung wird für besondere Leistungen zum Schutz von Umwelt und Natur verliehen, besonders für Leistungen zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, zum Erhalt und zur Verbesserung von Umweltbedingungen, zu Verbesserung des Wohnumfelds und für beispielhaftes ökologisches Bauen. Eine Auflistung aller bisherigen Preisträger gibt es auf den Internetseiten von www.bayreuth.de in er Rubrik „Umwelt& Energie/Naturschutz“ .


LBV - Pressemitteilung vom 20.11.2008

Umweltstation Lindenhof erhält Bayerischen Umweltpreis 2008

Kinder auf Wiese

Die LBV- Umweltstation Lindenhof wird für ihr Projekt „Regenbogen- soziale Integration neuer Ziel-gruppen in die Umweltbildung“ mit dem Umweltpreis 2008 der Bayer-ischen Landesstiftung ausgezeichnet. Damit wurde die Vorreiterrolle der Bayreuther LBV- Umweltstation in Sachen milieu-spezifischer Umwelt-bildung gewürdigt.

Bei einem Festakt in der Bayerischen Staatskanzlei wurde der mit 10.000 € dotierte Umweltpreis übergeben an Ludwig Sothmann (Vorsitzender des LBV), Helmut Beran (Leiter der Umweltstation) und an Thomas Kappauf (Bildungsreferent) Initiator und Leiter des Projektes.

Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer würdigte in Vertretung von Minister-präsident Horst Seehofer in seiner Laudatio dieses wegweisende Projekt im Bereich der Umweltbildung.

Mit dem Umweltpreis 2008 wird die herausragende Leistung, das große Engagement und insbesondere der breite integrative Ansatz gewürdigt, den die Umweltbildungsstation Lindenhof mit ihrem Projekt „Regenbogen“ verfolgt hat.

Ganz gezielt werden Menschen angesprochen, die bislang für Belange der Umwelt nur schwer erreichbar waren: Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch Hartz-IV-Empfänger, Arbeitslose, psychisch Kranke oder verhaltensauffällige oder vorbestrafte Jugendliche. Mit speziellen Angeboten und Aktionen konnten im Jahr 2007 66 Veran-staltungen durchgeführt und damit über 1.000 Menschen erreicht werden. Beispielhaft sind die Nachmittagsgruppen für russlanddeutsche Kinder.

Das Fazit der Umweltbildner gibt Hoffnung: Kinder interessieren sich für Natur - sie müssen nur Kontakt zu ihr haben. Die gewonnenen Erfahrungen wurden in Workshops an Multiplikatoren weitergegeben und fließen auch in den Marketingprozess der Dachmarke Umweltbildung ein. Das Projekt „Regenbogen“ hilft Kindern - unabhängig von Herkunft oder Elternhaus - Bewusstsein zu entwickeln für die Umwelt, es bringt ihnen den Umwelt-Gedanken näher.

Hintergrund: gesellschaftlicher Wandel Soziologische Studien zeigen, dass sich die Bildungsarbeit in der nächsten Dekade durch demografischen Wandel und soziale Umschichtungen grundlegend ändern wird. Die klassische Bürgerliche Mitte wird wegbrechen, Unterschiede zwischen Arm und Reich werden größer werden. Es tritt ein Wertewandel ein, wobei Lifestyle, Konsum, Individualisierung und das Auseinanderdriften sozialer Milieus voneinander stärker in den Vordergrund treten.

"Bildung für nachhaltige Entwicklung muss alle gesellschaftliche Schichten betreffen". Für uns Umweltbildner bedeutet das, dass wir auch Schichten, die sich bisher kaum für Natur und Umwelt interessieren, erreichen müssen. Dazu müssen wir neue Milieus erschließen und Bildungsangebote milieuspezifischer ausrichten. Das Projekt „Regenbogen“ ist ein entscheidender Schritt dazu, da wir in unserem Projekt für alle Bildungs- Akteure Strategien, Wege und Methoden entwickelt und erprobt haben, um auch Gruppen, die bisher eher vernachlässigt wurden oder schwer zu erreichen sind, in die Bildungsarbeit zu integrieren. Die Auszeichnung des Projektes als offizielles UN-Dekadeprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im letzten Jahr zeigt auch den bundesweiten Stellenwert unserer Bildungsarbeit in Bayreuth“, meint Bildungsreferent Thomas Kappauf, der das Projekt entwickelt und umgesetzt hat.

Der Umweltpreis wird für die Weiterführung der milieuspezifischen Umweltbildung an der LBV- Umweltstation Lindenhof verwendet, denn es dauert mehrere Jahre, um neue Milieus in die Bildungsarbeit und in einen gesellschaftlichen Prozess zu integrieren. Das Geld dient z.B. zur Finanzierung des Eigenanteils für geförderte Projekte und für hauptamt-liches Personal, das im Auftrag des LBV einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfüllt.

Hinweis:

Thomas Kappauf (Umweltbildungsreferent)
Bildunterschrift: Finanzstaatssekretär Franz-Josef Pschierer übergibt den Umweltpreis 2008 an Ludwig Sothmann, Helmut Beran und Thomas Kappauf (v.r. nach l.)


LBV - Pressemitteilung vom 13.11.2008

Mitmacher gesucht!
LBV-Kindergruppe "Rasselbande" sucht Verstärkung

Kinder auf Wiese

Die Kindergruppe „Die Rasselbande“ des Landesbundes für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) sucht Kinder, die sich für Natur und Umwelt interessieren.
Die LBV-Kindergruppe trifft sich jeden 1. und 3. Freitag im Monat von 15.00 bis 17.00 Uhr im Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof in der Karolinenreutherstr. 58 in Bayreuth.

Alle Kinder im Alter von 6 – 10 Jahren, die Spiele und viel Spaß in und mit der Natur erleben wollen, sind herzlich eingeladen.

Nächster Termin ist Freitag, der
21. November, wo wir gemeinsam Meisenknödel herstellen wollen.

Die Kindergruppe, die von Monika Weckert und Christiane Jungnickel geleitet wird, soll dazu beitragen, Kindern die Natur näher zu bringen. Weitere Informationen sind in der LBV-Geschäftsstelle, Karolinenreutherstr. 58, 95448 Bayreuth, Tel: 0921/759420 erhältlich.


LBV - Pressemitteilung vom 31.10.2008

Tote Reiher an den Örtelbergweihern – Offene Fragen

Zu den am 27. September an den Örtelbergweihern gefundenen toten Grau- und Silberreihern ergeben sich von Seiten des Landesbundes für Vogelschutz - Verband für Arten und Biotopschutz (LBV) auch nach Vorlage des Gutachtens der Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen eine Reihe offener Fragen.

Aufgrund der Fundumstände geht der LBV davon aus, dass die Reiher geschossen wurden. Diese Einschätzung sieht Helmut Beran von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle in Bayreuth durch die Ergebnisse des Untersuchungsberichtes (Fraktur des Brustbeines, Fraktur des Oberschnabels, gelenksnahe Fraktur des linken Flügels, Trümmerfraktur der Halswirbelsäule) bestätigt.

Auch wenn bei der Untersuchung Projektile oder Schrotpartikel nicht nachgewiesen wurden, konnte das Gutachten einen Abschuss der Vögel nicht vollständig ausschließen. Um hier eine gesicherte Aussage zu treffen, hätten die Vögel geröntgt werden müssen, aber in der Landesanstalt ist kein Röntgengerät vorhanden.

Der LBV hat daraufhin gefordert, dass die Tiere nachträglich geröntgt werden. Dieser Forderung konnte jedoch nicht mehr nachgekommen werden, da die toten Vögel inzwischen in der Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt wurden. Diese Entscheidung stößt beim LBV auf völliges Unverständnis. Der LBV möchte wissen, wer die Anordnung zur Beseitigung der toten Vögel erteilt hat, ob die zuständigen Behörden ordnungsgemäß beteiligt worden sind und warum die Vögel beseitigt wurden, bevor Röntgenaufnahmen erstellt werden konnten?

Aufgrund der Fundumstände und anderer Faktoren schließt der LBV aus, dass die Vögel Opfer eines Beutegreifers geworden sind. Die im Untersuchungsbericht festgestellten Verletzungen von Haut und Muskulatur sind nach Einschätzung des LBV nach dem Tod der Tiere durch Beutegreifer (z.B. Rabenkrähen) verursacht worden. Tierfraßspuren waren an den toten Vögeln bereits ohne detaillierte Untersuchungen sichtbar.


LBV - Pressemitteilung vom 22.09.2008

Gemeinsame Pressemitteilung des Landesbundes für Vogelschutz- Verband für Arten und Biotopschutz (LBV) und des Bundes für Naturschutz (BN).

LBV und BN weisen Vorwürfe zurück.

Im Zusammenhang mit einer Pressemitteilung des Landesbundes für Vogelschutz- Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) zu der geplanten Photovoltaik-Anlage in der Gemeinde Mistelgau wurde LBV und BN in zwei Leserbriefen vorgeworfen, dass sie sich zu dem geplanten Feriendorf bei Obernsees bisher nicht zu Wort gemeldet haben. Weiterhin wurde den beiden Verbänden unterstellt, dass sie sich „vielleicht aus finanziellen Gründen einen Maulkorb anlegen haben lassen“. Diese Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage, versichern Peter Ille, Beauftragter des Bund Naturschutz für die Stadt und Landkreis Bayreuth, sowie Helmut Beran Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken des LBV.

Nachdem bekannt wurde, dass für das Feriendorf Obernsees lediglich ein Verfahren zur Bauleitplanung durchgeführt werden soll, hat der LBV bereits 2007 bei der Regierung von Oberfranken die Durchführung eines Raumordnungsverfahren gefordert.

Die Regierung von Oberfranken hat in einem Schreiben vom 1. Februar 2008 mitgeteilt, dass eine Landesplanerische Überprüfung des Vorhabens erforderlich ist. Diese soll im Rahmen eines vereinfachten Raumordnungsverfahren nach Artikel 23 Bayerisches Landesplanungsgesetz erfolgen. BN und LBV sehen sich damit in ihrer Auffassung bestätigt, dass für ein Projekt dieser Größenordnung eine Landesplanerische Beurteilung zwingend erforderlich ist. Im Rahmen dieser Landesplanerischen Beurteilung ist eine umfassende Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit vorge-sehen. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens werden LBV und BN ausführlich zu den Projekt Stellung nehmen. Allerdings sind bis heute vom Vorhabensträger die Unterlagen für ein Raumordnungsverfahren noch nicht eingereicht worden.

Im März 2008 wurde vom Landratsamt Bayreuth ein Verfahren zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Fränkische Schweiz- Veldensteiner Forst eingeleitet, mit dem Ziel, Flächen für den Bau des Feriendorfes Obernsees aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. Der LBV hat die Herausnahme von Flächen abgelehnt, da Landschaftsschutzgebiete unter anderem wegen der „Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes“ ausgewiesen werden und durch die geplante Bebauung ein Eingriff in des Landschaftsbild nicht zu vermeiden ist. Gerade im Zuge einer massiven Zunahme des Flächenverbrauches in Bayern ( zurzeit werden in Bayern täglich 20 Hektar Fläche bebaut) ist aus Sicht des LBV und BN ein schonender Umgang mit Natur und Landschaft erforderlich. Der LBV hat dem Landratsamt Bayreuth empfohlen, die geplante Änderung der Verordnung zurückzustellen, bis das Raumordnungsverfahren für das Feriendorf Obernsees durchgeführt ist. In der Sitzung des Naturschutzbeirates des Landkreises Bayreuth im Frühjahr 2008 hat der LBV diese Auffassung noch einmal deutlich gemacht, allerdings war der LBV-Vertreter im Naturschutzbeirat nicht stimmberechtigt.

Völlig absurd ist die Behauptung, BN und LBV hätten sich aus finanziellen Gründen einen Maulkorb verpassen lassen. BN und LBV sind unabhängige, überparteiliche Verbände, die keine institutionelle Förderung durch den Freistaat Bayern oder dem Landkreis Bayreuth erhalten. Beide Verbände erhalten lediglich eine staatliche Förderung für die Pflege von Biotopflächen, sowie eine projektbezogene Förderung. Bereits in der Vergangenheit haben sich beide Verbände kritisch mit Eingriffsvorhaben im Landkreis Bayreuth aus-einander gesetzt. Als Beispiele seien genannt: der Einsatz gegen den Püttlachspeicher, gegen den Rotmainspeicher, gegen ein bei Waischenfeld geplantes Feriendorf-Projekt oder gegen verschiedene Straßenbauprojekte.

Abwegig ist auch der Vorwurf, BN und LBV würden in der Diskussion um die geplante Photovoltaik-Anlage in der Gemeinde Mistelgau eigene Interessen vertreten. BN und LBV sind nach § 59 Bundesnaturschutzgesetz anerkannte Verbände, die sich den Erhalt aller heimischen Tier- und Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen zum Ziel gesetzt haben. BN und LBV vertreten somit gesamtstaatliche Interessen. Der Erhalt der Bio-logischen Vielfalt, d. h. der Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt und vielfältiger Lebensräume, ist eine nationale und weltweite Aufgabe, zu der sich auch die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung mit ihrer Strategie zur Erhaltung der Bio-logischen Vielfalt verpflichtet haben. Nach wie vor vertreten LBV und BN die Ansicht, dass Photovoltaikanlagen im Außenbereich das Landschaftsbild beeinträchtigen und den Flächenverbrauch forcieren. LBV und BN unterstützen den weiteren Ausbau von Photo-voltaik, hierfür stehen jedoch mehr als genug vorhandene Dachflächen zur Verfügung. Landwirtschaftliche Nutzflächen werden unserer Überzeugung nach auch in Zukunft für die Produktion gesunder Lebensmittel benötigt.

BN und LBV wünschen sich, dass sich Leserbriefschreiber vorab ausführlich informieren, bevor falsche Behauptungen und Unterstellungen geäußert werden.


LBV - Pressemitteilung vom 26.08.2008

Der LBV lehnt die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Fränkische Schweiz" - Veldensteiner Forst ab.

Der Landesbund für Vogelschutz - Verband für Arten – und Biotopschutz (LBV) lehnt die vom Markt Wiesenttal beantragte Änderung der Verordnung über das Landschafts-schutzgebiet „Fränkische Schweiz“ – Veldensteiner Forst ab. Auf Antrag des Marktes Wiesenttal soll südlich von Niederfellendorf eine Fläche aus dem Schutzgebiet heraus-genommen werden, mit dem Ziel dort ein Baugebiet auszuweisen.

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz werden Landschaftsschutzgebiete unter anderem „wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes“ aus-gewiesen. Die geplante Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet mit dem Ziel einer anschließenden Bebauung ist nach Einschätzung des LBV ein massiver Eingriff in das Landschaftsbild und die vielfältige, kleinstrukturierte Landschaft südlich von Niederfellendorf.

In den letzten Jahren mehren sich Anträge auf Herausnahme von Flächen aus Land-schaftsschutzgebieten. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Landschaftsschutzgebiete offensichtlich lediglich als Verfügungsmasse für die Ausweisung von Baugebieten, Gewerbegebieten oder Straßenbaumaßnahmen gesehen werden. Gerade im Zuge einer massiven Zunahme des Flächenverbrauchs in Bayern (zur Zeit werden in Bayern täglich 20 Hektar Fläche bebaut) ist ein schonender Umgang mit Natur und Landschaft erforderlich. In Niederfellendorf sind noch eine Vielzahl unbebauter Baugrundstücke vorhanden. Helmut Schmitt, Vorsitzender der LBV Kreisgruppe Forchheim und Helmut Beran von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle fordern die Gemeinde daher auf, zuerst die Baulücken zu schließen, bevor weitere Baugebiete, noch dazu im Landschaftsschutz-gebiet, ausgewiesen werden.

Die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet mit dem Ziel der Ausweisung eines Baugebietes widerspricht klar den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung, erläutert Helmut Beran vom LBV. Das 2003 von der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufene Bündnis zum Flächensparen hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch in Bayern drastisch zu reduzieren. Trotzdem ist der Flächenverbrauch in Bayern im Jahr 2006 auf 20,6 Hektar pro Tag gestiegen, dies ist ein Anstieg von über 30 % gegenüber 2005. Die Kommunen haben daher eine besondere gesamtgesellschaftliche Verantwortung, sorgsam mit Grund und Boden umzugehen und eine unnötige Versiegelung von Flächen zu vermeiden.

Da in Niederfellendorf noch ausreichend unbebaute Baugrundstücke zur Verfügung stehen, ist eine Ausweisung neuer Baugebiete nicht erforderlich. Der LBV lehnt die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst ab.


LBV - Pressemitteilung vom 14.05.2008

Schlamperei bei E.on – Wanderfalkenfamilie ausgelöscht.

Im Landkreis Bayreuth sind Ende April an einem von der E.on nur unzureichend gesicherten Mittelspannungsmasten zwei adulte Wanderfalken durch Stromschlag tödlich verunglückt, die drei Jungvögel im Horst sind qualvoll verendet. Wie der Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) mitteilt, ist an diesem Masten bereits letztes Jahr ein Wanderfalken-Weibchen tödlich verunglückt, auch in den Jahren vorher sind bereits Todesfälle an Leitungen in diesem Bereich aufgetreten. Trotz mehr-maliger Zusage von E.on wurde der „Killermast“ erst am 13. Mai – rund drei Wochen nach dem Stromtod zweier Wanderfalken - gesichert.

Getötetes Wanderfalken-Elternpaar

Am Freitag, 2. Mai wurden dem zuständigen Jagdpächter zwei Wanderfalken übergeben, die wohl schon mehrere Tage tot unter dem Masten lagen. Das Männchen wies Verbrennungen an den Fängen auf. Bei der anschließenden Kontrolle der Brutnische durch den LBV und einem Vertreter des Deutschen Alpenvereins wurden drei Jungvögel gefunden, die allerdings bereits in einem starken Verwesungszustand waren.

Qualvoll verendete Jungvögel

Das Skandalöse daran ist, dass E.on die Problematik der unzureichend gesicherten Masten in diesem Bereich bereits seit langem bekannt war. Es haben im letzten Jahr mehrere Gespräche zwischen Behördenvertretern und E.on stattgefunden. Eine Umrüstung der unzureichend gesicherten Masten erfolgte endlich im Februar 2008. Es wurden sogenannte Büschelabweiser angebracht, sodass die Vögel nicht mehr auf den Masten landen können. Leider wurde dabei der „Killermast“ vom letzten Jahr vergessen, obwohl vereinbart war, dass an diesem Masten zusätzlich zu den Büschelabweisern der stehende Mittelisolator durch eine hängende Stromführung ersetzt wird.

Nachdem alle anderen Masten von den Vögeln nicht mehr angeflogen werden konnten, war der unzureichend gesicherte Mast die einzig verbliebene Landemöglichkeit und somit eine tödliche Falle.

Dieser Fehler wurde E.on umgehend gemeldet, allerdings war der zuständige Sach-bearbeiter bis Ende März im Urlaub, sonstige Mitarbeiter fühlten sich offensichtlich nicht zuständig. Am 1. April 2008 erfolgte die Zusage von E.on, den Auftrag in den nächsten Tagen durchzuführen. Nachdem der Mast bis zum 17. April immer noch nicht gesichert war, erfolgte ein weiterer Anruf bei E.on. Es wurde versichert, dass der Mast spätestens in der Woche vom 21. bis 25. April umgerüstet wird. Die Sicherung des Mastes erfolgte jedoch erst am 13. Mai - auf massivem Druck von LBV und Behörden und nachdem die zwei Wanderfalken tödlich verunglückt waren. Fazit: Bei rechtzeitiger Sicherung des Mastes durch E.on hätte die diesjährige Tragödie mit 5 toten Wanderfalken verhindert werden können.

Der LBV koordiniert seit über 25 Jahren mit Förderung durch das Bayerische Staats-ministerium für Umwelt das Artenhilfsprogramm Wanderfalke. Neben vielen tausend unentgeltlichen Arbeitsstunden ehrenamtlicher Mitarbeiter wurden auch erhebliche finanzielle Mittel des Ministeriums für das Artenhilfsprogramm aufgebracht.

Die Frauenschuh-Orchidee – Schutzbemühungen zeigen Erfolg

Seit 1998 hat die Kreisgruppe Bayreuth des Landesbundes für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) ein Waldstück mit Vorkommen verschiedener Orchideen-arten im südlichen Landkreis gepachtet. Auf dieser Fläche sollen die Lebens-bedingungen für die Frauenschuhorchidee, deren Vorkommen in der Fränkischen Alb in den letzten Jahren stark abgenommen haben, verbessert werden.

Die Frauenschuh-Orchidee ist auf lichte Laub- und Nadelmischwälder auf Kalkboden angewiesen. Heute werden diese Wälder zunehmend dichter und schattiger, weil sie kaum für die Brennholzgewinnung genutzt werden. Damit geht dem Frauenschuh die Lebensgrundlage verloren, gleichzeitig verschlechtern sich auch die Bedingungen für die Bestäuberinsekten, spezialisierte Wildbienen, die auf sonnige Standorte in Wäldern angewiesen sind.

Die LBV Kreisgruppe hat deshalb mit finanzieller Förderung durch die Regierung von Oberfranken begonnen, die stark mit Fichtenjungwuchs zugewachsene Fläche behutsam auszulichten, um so optimale Bedingungen für die Halbschattenpflanze Frauenschuh zu schaffen. Um den Erfolg dieser Pflegemaßnahmen dokumentieren zu können, wurde seit 2001 in regelmäßigen Abständen die Zahl der Frauenschuhpflanzen und weiterer Orchideenarten erfasst.

Erste Erfolge der Pflegemaßnahmen lassen sich bereits nachweisen. So hat sich in den letzten Jahren sowohl die Zahl der sterilen, nichtblühenden als auch die Zahl der blühenden Frauenschuhorchideen erhöht. Konnten im ersten Jahr der Erfassung 112 blühende Exemplare gezählt werden, stieg die Zahl in den Folgejahren auf fast 300 blühende Frauenschuhorchideen an. Aber auch andere Orchideenarten wie Weißes Waldvögelein oder die Waldhyazinthe profitieren von den Pflegemaßnahmen und nehmen im Bestand zu.

Frauenschuh-Orchidee

Inzwischen haben Ehrenamtliche der LBV-Kreisgruppe Bayreuth mehrere Hundert Arbeits-stunden für den Schutz der Frauenschuh-Orchidee aufgebracht. Wer sich für den Schutz dieser seltenen Orchideenart engagieren und bei den Biotoppflegeeinsätzen der Kreis-gruppe mithelfen möchte, kann sich in der LBV-Geschäftsstelle, Karolinenreutherstr. 58, 95448 Bayreuth, Tel: 0921/759420 melden.


LBV - Pressemitteilung vom 09.05.2008

Mopsfledermaus – seltener Bewohner im Landkreis Bayreuth

Fledermäuse sind eine der am stärksten gefährdeten Tiergruppen, nicht nur in Bayern,sondern in ganz Europa. Von den aktuell in Bayern vorkommenden 23 Fledermausarten stehen alle Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere und sind gesetzlich streng geschützt. Gründe für den Bestandsrückgang der Fledermäuse sind Lebensraumverlust und Rückgang der landschaftlichen Vielfalt, Verringerung des Nahrungsangebotes durch Einsatz von Spritzmitteln, Verlust von Sommer- und Winterquartieren sowie direkte Vergiftung durch Anwendung von Holzschutzmitteln in Quartieren.

Die Mopsfledermaus ist eine in Bayern stark gefährdete Art (Rote Liste, Gefährdungsstufe 2). Schutzmaßnahmen scheitern oftmals daran, dass unser Wissen über die Lebensweise dieser Tiere und das Vorkommen von Quartieren nach wie vor sehr lückenhaft ist. Der Landesbund für Vogelschutz – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) startete 2007 ein Projekt, das mit Mitteln der Glücksspirale gefördert wurde. In dem Projekt „Mopsfledermaus & Co“ erfolgte eine Erfassung von Fledermausquartieren an Scheunen am südlichen Fichtelgebirgsrand in den Landkreisen Bayreuth und Wunsiedel. Die Spaltenquartiere an Scheunen befinden sich unter überlappenden Bretterwänden und sind deutlich an der hellen Färbung des abgewetzten Holzes unter dem Einschlupf zu erkennen. Solche Quartiere sind daher auch aus großer Entfernung leicht zu erfassen.

Die überlappenden Bretterwände an Scheunen stellen wichtige Sommerquartiere für Mopsfledermaus aber auch andere Arten wie Bart-, Nord- und Zweifarbfledermaus dar. Man unterscheidet dabei zwischen Tagesquartieren, die von einem oder mehreren Tieren, in der Regel Männchen, als Schlafplatz für den Tag genutzt werden und den sogenannten Wochenstuben. In Wochenstuben finden sich ab Mai Weibchen in kleineren oder größeren Gruppen zusammen, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen und groß zu ziehen. Weibchen mit ihren Jungen sind besonders störungsempfindlich, deshalb sollten während der 6 bis 8 Wochen dauernden Jungenaufzucht Arbeiten in der Umgebung der Quartiere unterbleiben

Mopsfledermaus

Bei der Erfassung 2007 wurden insgesamt 44 Quartiere an Scheunen gefunden, in 13 Quartieren konnten Fledermäuse nachgewiesen werden. 6 Quartiere waren von der Mopsfledermaus besetzt, ebenso viele von der Bartfledermaus, von der Nordfledermaus gelang nur 1 Nachweis.

Neben der Erfassung von Quartieren war ein Ziel des Glücksspiralen-Projektes, Maßnahmen zur Optimierung und zum Erhalt der Quartiere zu initiieren. Ein Faltblatt informiert die Eigentümer über den Schutz der Quartiere und gibt Tipps, was bei Renovierungsarbeiten an Scheunen zu beachten ist. Zusätzlich enthält das Faltblatt Hinweise, was jeder Einzelne zum Schutz der Fledermäuse tun kann.

Das Faltblatt sowie eine Broschüre über Fledermäuse kann für 2,20 € + Versandkosten beim LBV, Karolinenreutherstr. 58, 95448 Bayreuth, Tel: 0921/759420 angefordert werden.

Jedes Jahr findet am letzten Augustwochenende in vielen europäischen Ländern die European Batnight statt. Diese Veranstaltung soll mit zahlreichen Aktionen rund um das Thema Fledermäuse einen Einblick in das Leben der lautlosen Nachtjäger bieten. Auch der LBV bietet jedes Jahr im Rahmen der European Batnight bayernweit Fledermaus-Exkursionen an, bei denen die Tiere in ihren Jagdhabitaten beobachtet werden können.


LBV - Pressemitteilung vom 27.11.2007

Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt

Erfolg für LBV–Umweltstation Lindenhof - Deutsches UN-Nationalkomitee zeichnet LBV-Umweltstation Lindenhof aus Bayreuth aus

Stuttgart. Für das Bayreuther Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof des LBV hat Umweltbildungsreferent Thomas Kappauf am 27. November 2007 die Auszeichnung als Dekadeprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ entgegengenommen.

Ausgezeichnet wurde das Bayreuther Projekt „Regenbogen“, in dem Wege und Methoden zur milieuspezifischen Umweltbildung entwickelt und erprobt wurden. Neu daran ist die Erarbeitung von Umweltbildungsangebote für soziale Milieus, die benachteiligt oder ins gesellschaftliche Abseits geraten sind. Die Ergebnisse des Projektes, dass 2007 mit 1100 Teilnehmern in Bayreuth durchgeführt wurde, sind für alle Umweltbildner bedeutsam. Eine ausführliche Dokumentation und Auswertung des Projekts ist beim UIZ Lindenhof (www.lindenhof-lbv.de) erhältlich.

In der Stuttgarter Liederhalle präsentieren sich 60 neu ausgezeichnete Projekte aus ganz Deutschland. Ungewöhnlich und beeindruckend war die musikalische Umrahmung durch die Schüler-Rap-Band HSI Projekt der Hauptschule Innenstadt Tübingen. Der Vorsitzende des deutschen Nationalkomitees, Professor Dr. Gerhard de Haan betonte, wie wichtig es ist, dass wir lernen in Möglichkeiten zu Denken, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in einer globalisierten Welt begegnen zu können. Insgesamt sind bereits über 500 Projekte und Initiativen und vier Kommunen als Dekade-Projekte ausgezeichnet worden. Ziel der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist die Verankerung des Gedankens einer ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung der Weltgesellschaft in allen Bereichen des Bildungssystems. Nachhaltigkeit lernen soll für jeden Einzelnen im Bildungswesen zu einer Selbstverständlichkeit werden. Die 60 vom Nationalkomitee ausgezeichneten Projekte leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag und werden mit dem Titel „Offizielles Projekt der Weltdekade“ geehrt. Mit dem Umweltinformationszentrum Lindenhof des LBV ist die Zahl der offiziellen oberfränkischen UN-Dekadeprojekte auf fünf angewachsen. Die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" wurde von den Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufen. Die weltweite Initiative hat zum Ziel, das Leitbild einer ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung in der Bildung zu verankern. Die Auszeichnung von erfolgreichen Akteuren ist eine der wichtigsten Strategien zur Umsetzung. In Deutschland wird die Dekade von einem Nationalkomitee unter dem Vorsitz von Professor Dr. Gerhard De Haan koordiniert. Das Nationalkomitee wurde von der deutschen UNESCO-Kommission im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung berufen.

Spardabank


LBV - Pressemitteilung vom 16.11.2007

Sparda-Bank spendet für Umweltbildung am UIZ Lindenhof Bayreuth

Die Sparda-Bank Nürnberg, die auch in Bayreuth eine Filiale betreibt, spendete einen Betrag von 5000 € an das Umweltschutz- Informationszentrum Lindenhof in Bayreuth. Überzeugt hat "besonders die nachhaltige Bildungsarbeit" sowie die "lebendige Vermittlung des Themas Umweltschutz", heißt es in einer Presserklärung. Das Geld soll für die Anteilsfinanzierung der milieuspezifischen Umweltbildung am Lindenhof, die 2008 mit dem Projekt "Kaskade" zum Thema "Wasser" fortgesetzt werden wird, verwendet werden.

Anlass für die Spende war ein freudiges Ereignis für die Sparda-Bank: sie wurde zum 15. Mal bei der Studie "Kundenmonitor Deutschland" im Sektor "zufriedene Kunden" auf Platz 1 gewählt. Neben diesem Erfolg der Gesamtbank konnte auch die Sparda-Bank Bayreuth eine erfreuliche Expansion verzeichnen: so wurde in diesen Tagen in der Bayreuther Filiale das 10.000ste Girokonto eröffnet. "Wenn die Kunden zufrieden sind, stimmen unsere Angebote und unser Service", konstatiert Stephan Kunz, Leiter der Sparda-Geschäftsstelle Bayreuth. Das Motto "Freundlich und fair" der Sparda Bank scheint also auch beim Kunden gut anzukommen. "Neben der Zufriedenheit der Kunden stehen für die Sparda Bank Nürnberg auch die Bereiche Kinder, Bildung und Umwelt im Zentrum der Unternehmensphilosophie", bekräftigt Stefan Schindler, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Nürnberg, der den Scheck überreichte. Im UIZ Lindenhof vereinen sich diese Themen zu einem ganzheitlichen Konzept: anlässlich der Scheckübergabe wurde das Konzept des umweltpädagogischen Schwerpunkts des Lindenhof, Programmangebote und aktuelle Projekte vorgestellt. Eine Besichtigung des Naturkundemuseums rundete das Ganze ab. Dabei stellte man gemeinsame Wertvorstellungen und Überzeugungen in punkto Methodik und Strategien fest, die mit eigenen Erfahrungen übereinstimmten.

Auch der Erfolg wurde als Gemeinsamkeit entdeckt: die Umweltstation wurde kürzlich mit einem Leuchtturmprojekt der UNESCO in Rahmen der UN- Dekade für nachhaltige Bildung ausgezeichnet.

Spardabank

Scheckübergabe der Sparda Bank an den Lindenhof Vr.n.l. Stephan Kunz, Filialleiter Sparda-Bank Bayreuth; Stefan Schindler, Vorstandsmitglied der Sparda Bank Nürnberg; Helmut Beran, Leiter des UIZ Lindenhof; Thomas Kappauf, Referat Umweltbildung